Lustobjekt Back to Bewusstsein

13.03.2008

 

Engagement gegen Aids war mal chic, dann fast vergessen und zieht jetzt wieder mehr Menschen an. Die Shirt-Kollektion von H&M Divided hilft bei der Überzeugungsarbeit.
Text: Melanie Gutbier
© H&M
Rihanna hat mitdesignt
Man gewöhnt sich an alles, heißt es bekanntlich. Leider!, möchte ich da mal ergänzen. Denn in der Tat scheint sich seit meiner Teenager-Zeit die Welt daran gewöhnt zu haben, dass eine Immunschwächekrankheit namens HIV weltweit um sich greift und gerade dabei ist, einen ganzen Kontinent einzunehmen.

Nach dem ersten Schock über diese neue, moderne „Seuche“, nach den rührigen Tom-Hanks-Filmen, nach den poppigen MTV-Spots (man bedenke zu einer Zeit, als auf dem Musiksender tatsächlich ausschließlich Videoclips liefen) und nach den gewollt coolen AIDS-Aufklärungskampagnen in öffentlich-rechtlichen Kanälen war das Thema wohl irgendwie durch. Die vier Buchstaben, hinter denen sich so viele tödliche Schicksale verbergen, sah man nicht mehr so oft auf Bildschirmen und in Magazinen.

Sicher, es ist immer noch chic sich gegen AIDS zu engagieren. Und Elton John findet auch immer noch jede Menge spendenwillige Party-Promis, die zu seinen Fundraising-Events kommen. Und das rote Schleifchen sieht man auch hier da noch. Aber irgendwie ist AIDS-Aufklärung doch aus der Mode gekommen. Nicht mehr trendy, nicht mehr lifestylig genug?

Von wegen! Dass das Thema auch heute noch nicht nur am jährlichen Welt-Aids-Tag bewegen kann, hat erst jüngst die „Fashion Against Aids“-Kollektion von H&M Divided ins Gedächtnis gerufen. Die gibt’s seit Februar in den Filialen und schmückt sich mit einem bestechenden Celebrity-Faktor. Klar, mit der tatkräftigen Unterstützung bekannter Künstler und Designer wie Chicks on Speed, Jade Jagger oder den Scissor Sisters hat man schon mal ne Menge Aufmerksamkeit sicher.
© H&M
© H&M
Und die Kombination aus Mode und Musik plus Gutes-Gewissen-Shopping funktioniert natürlich auch bei mir bestens. Obwohl man mit der engagierten Shirt-Kollektion natürlich vor allem eine wahnsinnig junge Zielgruppe ansprechen wollte. Aber zum Beispiel das relativ schlichte T-Shirt, von Timberland himself entworfen, steht mir doch genauso gut. Der Mann produziert eben nicht nur formidable Beats, sondern kann sich designerisch sogar so zurückhalten, dass es überzeugt.

Das weiße Shirt ist also ein stilsicheres Basic und hat trotzdem Profil, es spricht für einen guten Musikgeschmack und schmiegt sich so schön um die Taille. Aber auch mit den Hintergrund-Infos könnte man beeindrucken: Denn es ist aus Bio-Baumwolle und wie bei allen anderen Produkten der H&M-Divided-Kollektion gehen auch bei diesem Exemplar 25 Prozent des Erlöses an Präventions-Projekte, die die AIDS-Aufklärung unterstützen. Anziehen gegen AIDS – ein wirklich gelungener Retro-Trend!
andrea  |  27.03.2008, 16:48
Spitzen-Trend
Coole Kollektion, gleich mal eins aus dem Laden ziehen.
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