Lustobjekt Mein Freund, der Baum
06.06.2008
Mein Büro ist eher karg eingerichtet, puristisch könnte man auch sagen. Aber einfach nur funktional ist jetzt vorbei, denn ein Ginkgo-Baum ist bei mir eingezogen.
Text: Anke Sörensen
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Nicht so Kollegin Sünje. Die schüttelte immer mal wieder den Kopf und fragte mich, wie ich das aushalte. Nun ist sie selbst zur Tat geschritten und brachte mir eine Pflanze mit. Nicht irgendwas, sondern einen Ginkgo-Baum. Einen Ginkgo biloba aus Australien. Der wohnt seit neustem auf meinem Fensterbrett, blickt auf die Alster und nimmt es mir noch nicht mal übel, wenn er durstig ein langes Wochenende überstehen muss. Dann lässt er zwar die fächerförmig eingekerbten Blätter kurz hängen, rappelt sich aber bald wieder auf.
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Ungewöhnlich: Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die man erst ab etwa 20 Jahren äußerlich voneinander unterscheiden kann. Wobei die überreifen Früchte der weiblichen Bäume ganz scheußlich nach Buttersäure stinken sollen. Naja, immerhin werden die Blätter in der Medizin gegen Gedächtnisstörungen eingesetzt. Da kann die Betrachtung im Büro ja auch nicht schaden – gilt doch der Ginkgo wegen seiner Heilwirkung in Medizin und Kosmetik als Baum des Jahrtausends.
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