FotoausstellungModegeschichte(n)

Text: Melanie Gutbier

Draußen ist es kalt und grau und das frisch angebrochene Jahr gibt sich noch ein wenig lethargisch – ideale Voraussetzungen, um Geist und Seele mit ein wenig Kultur zu verwöhnen. Die rund 400 Fotografien der Düsseldorfer Ausstellung „Mode:Bilder“ dürften dafür erste Wahl sein und nicht nur auf Fashionistas inspirierend wirken.

Modegeschichte(n)

Die Bilder stammen aus der umfassenden Sammlung des Hamburger Modefotografen Franz Christian Gundlach. Und die Werke aus dem Zeitraum von 1843 bis 2006 verführen direkt zu einem kleinen Exkurs ins Geschichtliche: Von den Anfängen der Fotografie bis zu heutigen Modeproduktionen halten die Bilder die Inszenierung von Trends und Stilen in unterschiedlichen Epochen fest.

Der erste Teil der Ausstellung geht also weit zurück und widmet sich vor allem der Eleganz der Belle Epoque. Kunstvolle Modeaufnahmen erzählen dabei ebenso von den Tendenzen der 20er- und 30er-Jahre wie Bilder von der Schaufenstergestaltung traditionsreicher Modehäuser.

Modegeschichte(n)
Vatican, Rome: Pope Benedict XVI

Der zweite Ausstellungsschwerpunkt führt schließlich die Entwicklung hin zur Exzentrik weiter und lenkt den Blick auf die Bildsprache heutiger Darstellungen.

F. C. Gundlach, Jahrgang 1926, der alle Exponate zusammengetragen hat, gilt als besonderer Kenner der Branche. Er war in den Wirtschaftswunderjahren selbst zum stilbildenden Starfotografen aufgestiegen und hatte sich mit seinen einfühlsamen Schwarz-Weiß-Aufnahmen auch in Paris einen Namen gemacht.

Seit seinem Rückzug Ende der 80er-Jahre widmet sich der Grandseigneur der deutschen Fotografie dann ausschließlich seiner Sammlung. Mit seinen Modebildern gelang es ihm, das Lebensgefühl unterschiedlicher Zeitströmungen festzuhalten.

© Fotomuseum im Münchener Stadtmuseum

Die Ausstellung „Mode:Bilder“ ist noch bis zum 24.03.08 im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf zu sehen.