Mythos FrauenhandtascheWas die Handtasche über die weibliche Psyche verrät

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Überlebens-Helfer, Mode-Statement und Beauty-Case: Es gibt kaum ein Accessoire, das so viele Funktionen gleichzeitig erfüllt und dabei so vielseitig ist wie die Handtasche. Von der glamourösen Clutch mit Glitzer-Applikationen über die voluminöse XXL-Beuteltasche bis hin zur trendy Lustobjekt - Fashion-Signal? Neon!-Bag: Sich bei der ganzen Auswahl nur für eine Tasche zu entscheiden, ist schier unmöglich, wie das Buch „Bag-Stories“ berichtet. Dafür wurden Frauen weltweit nach ihren Taschen befragt. 95 Prozent aller Frauen aus Industrieländern besitzen zwischen zwei und 20 Exemplaren. Die eleganten Italienerinnen führen im Schnitt sogar 60 verschiedene Taschen abwechselnd mit sich herum.

Dass die Handtasche dabei viel mehr über die Trägerin verrät als nur ihren Modegeschmack, weiß die Kulturwissenschaftlerin Margarete Meggle-Freund. Sie hat im Handtaschenbüro des Münchner Fundamts mit Besitzern über Tascheninhalte gesprochen und diese Ergebnisse in einer Studie zusammengetragen.

Eine Handtasche spiegelt Meggle-Freund zufolge immer die verschiedenen Rollen der Frauen wider. Sie kann „Finanzzentrum, Schönheitskoffer, Komfortzone oder sogar eine Art Altar, ein spirituelles Zentrum sein“, so die Kulturwissenschaftlerin. Dabei sind auch die Funktionen der Handtaschen sehr unterschiedlich. Es gibt „Transport-und Berufstaschen, repräsentative und kreative Taschen“.

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Topmodel Doutzen Kroes zeigte sich auf der New York Fashion Week im September 2011 mit der Tasche „Cant afford a birkin“ aus der Kollektion des Labels Souve (um 20 Euro).
Die Tasche als mobiler Lebensraum

Bei all den Funktionen ist es nicht verwunderlich, dass Frauen immerhin 76 Tage ihres Lebens damit verbringen in ihren Taschen zu kramen. Laut Meggle-Freund können die formschönen Accesoires dabei als eine Art mobiler Lebensraum gesehen werden:

„Die Handtasche ist ganz klar ein geschützter Bereich und ein Tabu. Sie ist aber gleichzeitig ein Zwischenbereich. Sie steht zwischen dem Zuhause und dem Äußeren, zwischen dem Privaten und der Berufsrolle. Die Ordnung in diesem Bereich ist dabei etwas sehr Relatives. Was nach außen chaotisch aussieht, kann durchaus einer eigenen Ordnung des Menschen entsprechen.“

Im Fundamt begegneten der Kulturwissenschaftlerin die unterschiedlichsten Tascheninhalte: „Eine Frau hat vor mir ihre Rocktasche umgestülpt, darin waren nur ein Taschentuch und einige lose Münzen. Ihre alte Handtasche stand für ihr früheres Berufsleben, ihr eingesperrtes Dasein im Büro. Dann hat sie ihr Leben völlig geändert und damit auch ihre Taschen-Gewohnheiten. Ich habe auch eine Frau getroffen, die hatte eine Art Überlebenspaket und für jede Lebenslage etwas bei sich. Die war ausgesprochen praktisch und hatte ganz viele kleine Hilfsmittel und Werkzeuge dabei.“

Welches Rolle spielt die Tasche für Sie? In unseren Bildergalerien zeigen wir Ihnen die schönsten Modelle der Saison.

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Quelle: dpa/Diana Alemann
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Sonja  |  19.11.2011 09:30
Keine
Und was habe ich für eine Psyche, wenn ich nicht eine einzige Handtasche besitze?? Tu ich nämlich nicht.

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