Öko-ModeGrüne Pflege

Grün denken und grün wählen ist in Deutschland seit einer Generation verankert. Deutsche Ö-Kosmetik von Weleda bis Dr. Hauschka hat längst Hollywood erobert. Nach dem Ende der ersten rot-grünen Bundesregierung gibt es aber gerade einen kleinen Kater, was den Glauben an grüne Politik angeht. Dafür schlagen Bücher wie „Einfach die Welt verändern – 50 kleine Ideen mit großer Wirkung“ ein – und machen ethisches Verhalten im Alltag wieder zum Thema. Allein, es fehlt noch am Glamour, auch wenn bildschöne Promis wie Heike Makatsch sich zu Fair Trade und Recycling bekennen.

Ganz anders die Situation in den USA: Seit dem Untergang von New Orleans vergangenen August beschleicht die Nation das Gefühl, dass doch etwas dran sein könnte an der Klimaveränderung. Al Gores Horror-Dokumentarfilm „An inconvenient truth“ („Eine unbequeme Wahrheit“) zum Thema Erderwärmung ist gerade in den USA angelaufen (Deutschland: Herbst 2006). Er könnte diesen Sommer hotter sein als manche Actionfilme. Grüne Themen könnten 2008 erstmals in den USA die Wahl entscheiden. Im Jahr 1 nach Katrina blüht erst einmal der Öko-Chic: „Vanity Fair“ und die Style-Ausgabe des „Time Magazine“ haben den früher wenig beachteten „Earth Day“ am 22. April zum Anlass genommen, in „green issues“ stylish Umweltthemen zu inszenieren.

Dass auch ein Kennedy Öko zu seiner Sache macht, gibt dem neuen Green Chic politischen Glamour. Robert F. Kennedy jr., Sohn des ermordeten Senators, posiert in Anzeigen der Modefirma Gant und promotet so sein Gewässerschutzprojekt „Riverkeeper“. Angesichts von „RFK jr.“, dessen blaue Augen sie angeblich „in full penetration mode“ anstarrten, seufzte eine Reporterin: „Warum hat mir keiner gesagt, dass Umwelt so sexy ist?“