Öko-ModeGrüner Glamour

Natur pur

Stella McCartney war die erste, nur hat es damals niemand kapiert: Als die britische Designerin 2001 unter dem Dach des Gucci-Konzerns ihr eigenes Label gründete, weigerte sie sich, Pelz und Leder zu verarbeiten. Gucci macht rund 80 Prozent des Umsatzes mit Leder-Accessoires. Die Fashion-Branche lächelte über das versponnene Enfant terrible (klar, Veganerin, klar, Tochter von Tierschützerin Linda Eastman) und verzieh milde.

Heute, fünf Jahre später, verarbeitet Stella McCartney immer noch kein Leder und keinen Pelz. Nur die Meinung darüber hat sich geändert. Dass sie ihren Flagshipstore in London mit Windenergie versorgt, ist hip. Dass sie „Für Vegetarier geeignet“ auf die Sohlen ihrer fleischlosen Schmetterlingspumps druckt, beweist Humor. Stella McCartney selbst, ehemals als Öko-Spießerin gebrandmarkt, gilt mit einem Mal als Ikone des Green Glamour.

Umweltbewusstsein hat das Lager schlecht gekleideter Protestler verlassen und es auf den Red Carpet geschafft. Und die Initialzündung kam von Hedonisten: von Stars, Modedesignern, der Lifestyle-Szene. Plötzlich ist es cool, den Planeten zu retten – sonst macht es ja keiner.