Dirndl-Kauf Was die Expertin rät
Welcher Schnitt, welche Farbe? Wie sitzt es richtig? Und kann ich mit meiner Figur überhaupt Dirndl tragen? Trachten-Einkäuferin Gabriele Hammerschick gibt Antworten.
Text: Veronika Schaller
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Blau-graues Wiesndirndl im klassischen Look, um 299 Euro (ohne Bluse). Gesehen bei Loden-Frey München am Dom
AMICA Online: Frau Hammerschick, was ist bei Dirndln derzeit angesagt?
Gabriele Hammerschick: Trachten werden wieder traditionell. Allerdings mit modernen Details.
Was bedeutet das?
Man spielt mit Handwerklichem, appliziert zum Beispiel die typischen Froschmäulchenrüschen im Miniaturformat. Außerdem sind sogar festliche Dirndl kürzer. Die Rocklängen betragen nun 85 cm anstatt 92 cm. Sie reichen etwa bis zur Wadenmitte.
Was ist mit Mini-Dirndln?
Extrakurze Säume sind definitiv out. Aber kleine Frauen dürfen gerne zu knieumspielenden Modellen greifen. In welchen Farben kommen Dirndl dieses Jahr?
Smaragdgrün ist bei uns ein wichtiges Thema, genau wie Platin. Himbeertöne sind bereits zu Klassikern avanciert. Und die traditionellen Dirndlfarben Marineblau, Tannengrün und Rot gehen immer.
Bedeutet das, man kann ein Dirndl mehrere Saisons tragen?
Ja, definitv. Ein klassisches Dirndl in Mieder-Form und von guter Qualität lässt sich problemlos über zehn Jahre hinweg tragen. Hier am besten zu schlichten Versionen greifen. Diese können mit verschiedenen Schürzen neu gestaltet werden.
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Gabriele Hammerschick, Trachten-Einkäuferin bei Lodenfrey
Wer es pflegeleicht mag und sich auf der Wiesn gerne ins Zeltgetümmel stürzt, ist mit Baumwolle gut beraten. Sie lassen sich sogar in die Maschine waschen. Seide muss hingegen professionell gereinigt werden und grob gewebtes Leinen schießt sich teils nach mehrmaligem Waschen aus.
Nun zur Typberatung. Was tun, wenn man nur wenig „Holz vor der Hütt’n“ hat – auf das Dirndl verzichten?
Nein, im Gegenteil. Verstecken Sie einen kleinen Busen nicht hinter hochgeschlossenen Knopfreihen, greifen Sie in diesem Fall ruhig zu einem Mieder-Dirndl mit großzügigem Ausschnitt – gerne in leichter Herzform. Bei Blusen sollte man auf die Proportionen achten. Eventuell eignen sich schmale Ärmel besser als große Puffärmel. Mit Raffungen in der Blusenmitte lässt sich Volumen addieren. Und spezielle Dirndl-BH’s mit Push-up zaubern ein sexy Dekolleté – übrigens bei jeder Busengröße.
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Baumwoll-Leinen-Dirndl „Bine“ mit Herzborte auf dem Mieder, um 529 Euro (ohne Bluse). Gesehen bei Loden-Frey München am Dom
Wollen Sie einen Rock, der nicht aufträgt, sind Sie mit einem modern geschnittenen Dirndl beraten. Unser Wiesn-Dirndl hat etwa einen Bahnen-Rock. Das heißt, er besteht aus mehreren, schräg aneinander genähten Stoffteilen. Er ist oben leicht angehalten und wird unten weiter.
Und was ist mit strammen Wadeln?
Hier sollte darauf geachtet werden, dass der Rock nicht an der dicksten Stelle der Unterschenkel endet. Mit längeren Säumen können sie kaschiert werden.
Wie sollten Dirndl sitzen?
Ähnlich eng, wie Jeans nach dem Waschen, denn sie weiten sich etwas aus. Zwar darf das Mieder einem nicht die Luft nehmen, aber man sollte es auf jeden Fall spüren. Obenrum sitzt es richtig, wenn es den Busen pusht ohne zu quetschen. Wichtig ist auch, dass die Träger nicht abstehen und das Mieder die richtige Länge hat. Als Richtlinie hierfür einfach eine Schürze umbinden. Denn sie wird an der schmalsten Stelle der Taille geschnürt.
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Handgefertigter Haarreif mit Schleifendetails, um 119 Euro. Gesehen bei Loden-Frey München am Dom
Nein. Dirndl sehen an jeder Frau gut aus. Von Größe 32 bis 48. Frauen mit Rundungen machen sie sogar besonders attraktiv. Es heißt ja in Bayern nicht umsonst: „Ins Dirndl gehört a bissal was nei“. Auch für reifere Frauen gibt es keine Beschränkungen was Schnitt oder Farben angeht.
Welche Accessoires sind im Trend?
Bunte Haarreife und Haarbänder mit Federn. Hüte in allen Formen und Farben waren letztes Jahr der Hit und sind immer noch in.
Was geht gar nicht?
Plakative, billig wirkende Reißverschlüsse in der Dirndl-Mitte würde ich genau so wenig empfehlen wie Carmen-Blusen und Haferl-Schuhe zum Dirndl. Unterröcke sollten nur beim Gehen herausblitzen. Sie halten übrigens warm, wenn es kalt ist und schützen den Dirndl-Stoff.









