Traditionell mit stylischen ExtrasDas sind die Trachten-Trends zur Wiesn

von AMICA Online Autorin
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Bodenständig

Die Jagd ist eröffnet. Bis zum „Ozapft is!“ am 23. September heißt es: nach den schönsten Dirndln suchen oder alte wiesnfit machen! Denn dann beginnt auf der Münchner Theresienwiese das Oktoberfest. Die Trachten-Expertinnen Gabriele Hammerschick und Nina Munz helfen mit professionellem Rat und klären auf über die Dirndl-Trends 2012.

Was sich im letzten Jahr schon angedeutet hat, wird dieses Jahr konkret: 2012 haben traditionelle Dirndl Hochkonjunktur. Schlicht ist chic. Und trotzdem ändert sich einiges im Vergleich zum Vorjahr. Exzentrische Dirndl mit Leopardenmuster und Paillettenschürze werden endgültig von der Theresienwiese verbannt.

Tradition wird wieder hoch gehalten, da sind sich die beiden Trachten-Expertinnen Gabriele Hammerschick, Trachten-Einkäuferin bei „Lodenfrey“, und Nina Munz von „Angermaier Trachten“ einig. „Viele haben gar keine Lust mehr, sich so besonders zu schmücken. Das Reduzierte wird wieder mehr geschätzt“, weiß Hammerschick.

Trotzdem orientieren sich die Dirndl-Macher inzwischen sehr an der Mode. „Die klassischen Dirndl gab es natürlich immer schon und wird es auch immer geben. Aber unsere Kundinnen wollen immer wieder etwas Neues“, sagt Munz.

So finden sich die aktuellen Trendfarben der Herbst-Winter-Saison auch in der Trachtenmode wieder. Rottöne wie Koralle und Kirsch, Grün, von Tanne bis Apfel und Blau sind die Farben für die Wiesn 2012. Auch Dirndl in den so genannten Nicht-Farben, wie Grau oder Taupe oder in Nude-Tönen, wie Zartrosa, sind weiterhin angesagt.

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Gabriele Hammerschick, Trachten-Einkäuferin bei Lodenfrey
Zusammenspiel von Tradition und Trend

Schwierig wird es hingegen für diejenigen, die sich letztes Jahr ein aufwendiges Pailletten-Dirndl gegönnt haben. „Man kann sie tragen. Wahrscheinlich wird sich die ein oder andere inzwischen aber unwohl damit fühlen“, glaubt Hammerschick. Munz ist ähnlicher Meinung: „Dezent mit Pailletten besetzte Schürzen als Eye-Catcher gibt es zwar immer noch, aber inzwischen glitzert das komplette Dirndl nicht mehr von oben bis unten.“

Für die Wiesn 2012 haben die Dirndl-Designer das Schößchen wieder entdeckt, die kleinen Rüschen am unteren Rücken, dort wo das Mieder abschließt. Sie waren schon im Sommer auf den Laufstegen von Georgio Armani oder Alexander McQueen zu bewundern und zeigen das perfekte Zusammenspiel von Tradition und Trend.

Auch bei den Dirndl-Längen wird dieses Jahr Wert auf Understatement gelegt. Wadenlang sind die Trend-Dirndl heuer, die so genannte Midi-Länge von 70 Zentimeter ist züchtig und zeigt trotzdem Haut. Wenn es um die extrakurzen Dirndl geht, fällt das Urteil der beiden Expertinnen einvernehmlich vernichtend aus. „Mini-Dirndl darf man nur dann tragen, wenn man besonders negativ auffallen möchte“, ist Hammerschick überzeugt. „Wenn die Kleider gerade mal den Po bedecken und aussehen wie aus dem Faschingsladen, dann hat das mit Dirndln nichts zu tun“, schimpft Munz.

Die Accessoires für die Wiesn
Petticoats sind das Must-Have 2012

Abgesehen von der Rocklänge lautet die Trend-Devise in diesem Jahr: Weniger ist mehr! Hammerschick von Lodenfrey rät zum klassischen Baumwolldirndl: „Das ist einfach unschlagbar, weil es pflegeleicht ist und man es selbst waschen kann“. Weniger praktisch, aber sehr im Trend seien außerdem Dirndl aus Seide, kombiniert mit einer Wendeschürze. Auf der einen Seite sind die neuen Schürzen im selben Ton gehalten, wie das Dirndl, auf der anderen Seite warten sie mit einer Knallfarbe auf.

Der Trachtenhersteller „Angermaier“ designt die meisten seiner Dirndl selbst. Er setzt diese Wiesn-Saison neben Baumwolle vor allem auf einen Material-Mix. Leinen, Seide und Samt sind stark vertreten. Sie werden in unserer neuen Kollektion gerne miteinander gemischt, zum Beispiel so, dass das Mieder aus Samt und die Schürze aus Seide bestehen“, erklärt Munz.

Mit Petticoats und Unterröcken kann man in diesem Jahr aus jedem noch so schlichten Dirndl einen ganz besonderen Hingucker schaffen. „Die sorgen für den romantischen Touch und bringen den Dirndl-Rock so richtig schön in Schwung“, sagt die Expertin von Angermaier. Allerdings sollte der Unterrock nicht hervorschauen, sondern sollte unbedingt mit dem Dirndl-Rock abschließen. Das rät zumindest die Lodenfrey-Expertin.

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Trachten-Expertin Nina Munz mit ihrem Vater Dr. Axel Munz, Geschäftsführer von „Angermaier'
Akzente setzen mit Accessoires

Auf Platz eins der absoluten Must-Have-Accessoires für die Wiesn hält sich aber ungeschlagen auch dieses Jahr wieder der Hut. In allen Farben und Formen schmückt er das Haupt seiner Trägerin und erregt meist Aufsehen mit aufwendigem Federschmuck.

Ansonsten gilt bei den Accessoires: „Wenn man Modisches mit Traditionellem kombiniert, kommt es immer besser an, als eine einheitliche Linie durchzuziehen.“ So bringt es Hammerschick es auf den Punkt. Ganz in diesem Sinne präsentieren sich auch die Schmuck-Neuheiten bei Angermaier: Charinis und Ansteckbroschen. Charinis, das sind kleine Charivaris, die man sich oben ans Dirndl-Mieder stecken kann. „Sehr angesagt sind außerdem Dirndl-Blusen mit farbigen Verzierungen am Ausschnitt und an den Armenraffungen.“, informiert Munz.

Als Schuhwerk eignen sich am besten Ballerinas oder Pumps. „Da ist fast alles erlaubt, solange sich die Dame in ihrem Schuh wohlfühlt“, sagt Hammerschick. „Auch High Heels sehen immer sehr sexy aus, wenn man sich gut bewegen kann. Nur Haferlschuhe und Turnschuhe zum Dirndl gehen gar nicht.“ Diese Regel gilt übrigens nicht nur für die Wiesn 2012.

Absolut unverzichtbar dagegen sind für jede Frau auch auf dem 179. Münchner Oktoberfest ein Wiesn_Dessous - Wiesn_Dessous und eine Flechtfrisur.

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