Haute Couture 2008Abschied in Rot

Abschied in Rot
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Sein Name gilt als Inbegriff von Glamour und Eleganz – am Mittwoch stand Valentino zum letzten Mal auf dem Programm der Haute-Couture-Schauen in Paris. Nach 45 Jahren verlässt der Altmeister die hektische Modewelt und hofft offenbar auf eine zweite Karriere als Kostümbildner.

Topmodels wie Eva Herzigova, Claudia Schiffer und Karen Mulder sollten dem bevorzugten Designer der Oscar-Zeremonien am Mittwochabend die Ehre erweisen. Wer nach dem Rückzug des Altmeisters die dramatischen Auftritte der Diven auf dem roten Teppich garantieren soll, steht in den Sternen. Valentino hat keinen Nachfolger.

Dies sei eines der wenigen Dinge, die er bereue, sagte Valentino kürzlich in einem Interview. „Ich habe das nicht getan, weil ich viel zu konzentriert war – der Gedanke, den Stab weiterzureichen, hat mich nie wirklich interessiert“, sagte er der Zeitung „Corriere della Sera“.

Von der Modewelt hat er offenbar mehr als genug: Die sei „verdorben“, sagte er. „Jeder macht das Gleiche, da gibt es keinen Trotz, keine Kreativität und keine Fröhlichkeit mehr. Es geht nur noch um die Zahlen unter dem Strich“, klagte der braungebrannte Mann mit der stets perfekt gekämmten Frisur.

Ein Model, das viel mit dem heute 75-jährigen Italiener zusammenarbeitete, stand allerdings nicht auf der Gästeliste: Carla Bruni. „Ich wollte, dass sie dabei ist, aber sie hat im Moment viel zu tun“, sagte Valentino über die neue Freundin von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. „Sie ist ein prachtvolles Exemplar der Weiblichkeit.“

Schon kurz nach seinem Abschied wird vielfach an Valentino erinnert werden. Der Louvre plant für den Sommer eine groß angelegte Retrospektive seines Werks, und bei den Filmfestspielen in Cannes im Mai soll eine Biografie über ihn laufen. Ihr Titel: „Valentino – Der letzte Kaiser“.

Quelle: AFP
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