Posh it!Victorias neue Eleganz

Text: Simone Herrmann

Auf einmal war alles weg. Die zerrissenen Jeans, die kolorierten Hairextensions, die bauchfreien Tops und ultrakurzen Flatterröckchen. Stattdessen trägt Victoria Beckham nun Nerz zum Tageskleid von Lanvin und Hermès-Carrés zum klassischen Bob. Goodbye Glitz, bonjour élégance!

Shoppte sich Posh noch vor einiger Zeit durch alle In-Boutiquen zwischen London und Madrid, sitzt sie heute mit feinem Lächeln in der ersten Reihe der Pariser Haute-Couture-Schauen. Ihre Looks: Chanel, Dior, Valli. Feminine Kleider und Complets in Cognac, Kaviargrau, sanftem Muschelrosa oder Perlmutt. Kleider, die so zurückhaltend wirken, dass sie auffallen. Der diskrete Charme der Bourgeoisie.

„Victoria Beckham repräsentiert nichts anderes als die Spitze eines Eisbergs“, sagt Stefan Asbrand-Eickhoff, Chef des Düsseldorfer Modehauses Eickhoff. Nach dem Overkill an Trendhascherei und der Überbetonung des Sexuellen konzentriere man sich nun auf das Wesentliche: „Auf wenige qualitativ hochwertige Stücke und ausgesuchte Accessoires.“

Hochkonjunktur also für Marken wie Rena Lange aus München oder Akris aus der Schweiz, die für schnörkellosen Chic bekannt sind. Wobei Akris-Chef Albert Kriemler betont, dass „Ausstrahlung und Erscheinung die Eleganz einer Frau bestimmen. Kleidung kann diese Attribute nur unterstützen. Je selbstverständlicher das Outfit, desto wirkungsvoller“. Frauke Gembalies, Head-Designerin von Rena Lange, beschreibt ihre Kundin als eine Frau, die zwar in Dresscodes, nicht aber in Kategorien wie „trendy“ oder „last season“ denkt, sondern ihre Modellkleider auch noch nach Jahren liebt.

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Victorias neue Eleganz