Schlechter Scherz oder neuer Trend? Reizwäsche für Männer spielt mit Geschlechterrolle

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Kissenschlachten zwischen Partnern könnten in Zukunft so aussehen: Er trägt Herzchenhemd, sie Boxershorts.
Ist das nicht? Das ist doch! Genau, Männer tragen auf diesen Werbefotos Spitzenbodys mit String, Strapsgürtel, Herzchenwäsche. Das australische Unterwäsche-Label Homme Mystere hat eine Marktlücke in der Modeindustrie entdeckt und mit einer Dessous-Kollektion für Männer gestopft. Der Clou: Die knappen Panties, Hemdchen und BHs sind exklusiv für Männer und deren Maße gefertigt.

G-Strings, Strapsgürtel und sogar wattierte BHs - das australische Label Homme Mystere bietet Reizwäsche für Männer an. Auch Heteros sollen sich davon angezogen fühlen und sich damit anziehen.Ja, der moderne Mann von heute darf sich nun jenseits der „Tighty Whities“ oder albern bedruckten Boxershorts auch sexy kleiden. „Im Vergleich zu den Frauenkollektionen, mit ihren verschiedenen Stoffen, Mustern und Farben, war ich von der Auswahl an Männerwäsche mit den immer gleichen, langweiligen Styles enttäuscht. Ich dachte es wäre witzig die Vorzüge der Frauenwäsche auf die der Männer zu übertragen. Ich weiß, dass wir nicht die erste Wahl in Sachen Unterwäsche für die meisten Männer sind, aber wir bieten ihnen wenigstens die Möglichkeit Dessous auszuprobieren, die ihnen auch wirklich passen“, erklärt Firmengründer Brent Krause die Idee hinter seinem Produkt.

Die Kollektion beinhaltet bisher rund 30 Artikel zwischen 15 und 40 Euro, die natürlich auch in verschiedenen Farben und Größen erhältlich sind. Anfangs beschränkte sich das Sortiment lediglich auf Slips, doch inzwischen ist von G-Strings über Panties zu gepolsterten BHs und feinen Bustiers bei Homme Mystere alles für ihn geboten, was sonst Labels wie Victoria‘s Secret und Palmers reich und berühmt macht. „Es macht Spaß!“, sagt der Geschäftsführer. „Männer können etwas Verruchtes unter ihrer alltäglichen Kleidung tragen, ohne dass es die Leute mitbekommen.“

Wer soll das denn tragen?

Der Anblick eines muskulösen Mannes in einem Ensemble aus Unterhemd und Höschen mit Herzchen-Print oder Spitzenbody wirkt auf den Großteil der Bevölkerung bis jetzt noch eher irritierend als anziehend. Die Frage, die sich automatisch aufdrängt, ist: Wer sollte das tragen? Das Label lehnt eine klare Zuordnung zur Schwulen-Szene ab, schließlich posieren die Männer auf den Werbefotos offensichtlich mit Frauen. „Wir bieten unsere Wäsche für Kerle an. Dabei interessiert es uns nicht, ob sie schwul, hetero, Vegetarier oder Republikaner sind, vom Mars stammen oder sonstige Überzeugungen vertreten. Wir stellen lediglich attraktive, luxuriöse Unterwäsche für Männer her“, so Brent Krause. Viele Käufer nutzten die Kleidung, um ihr Liebesleben aufzupeppen. „Erstaunlicherweise bekommen wir sehr viele Bestellungen von Frauen, die die Wäsche für Ihre Männer kaufen. Und dazu fühlt es sich natürlich auch toll auf der Haut an“, erzählt er.

Noch wirkt die Vorstellung von Männern in sexy Dessous befremdlich, doch ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass man Trend nicht unterschätzen sollte. Schließlich sorgte David Beckham 2002 für Furore als er schwarzen Nagellack trug, prägte damit das Bild des metrosexuellen Mannes. Mittlerweile schicken Designer sogar Transgender-Models wie Andrej Pejic in Frauenkleidern über die Laufstege. Und auch Krause hat schon Erfahrungen mit der Annäherung der Geschlechter gemacht, was das Aussehen angeht.

„1990 plante ich Beauty-Produkte wie Gesichtscremes und Feuchtigkeitslotion für Männer herzustellen. Ich bin auf massive Ungläubigkeit und Ablehnung gestoßen. Die Vorstellung, dass Männer solche Produkte verwenden würden, war für die Leute lächerlich. Heute sehen wir, dass Kosmetik für Männer eine weltweite Industrie geworden ist und von der Gesellschaft als völlig normal angesehen und akzeptiert wird“, so der Firmengründer. „Ich wusste, dass mich mit Homme Mystere dasselbe erwarten würde. Es scheint, dass Menschen dazu tendieren pessimistisch und ablehnend gegenüber Dingen zu sein, die sie nicht verstehen. Aber solange unsere Kunden zufrieden sind, werden wir unseren Weg weiter verfolgen.“