Schuh-AusstellungLaufen lernen

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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© Attalai Zita

Unzählige feine weiße Federn mit schwarzen Spitzen, silbernes Leder durchsetzt mit rot-gelben biomorphen Formen und ein schlichter Haken als Absatz – diese „Ufo“-Sandale ist sicherlich zum Tragen eher ungeeignet. Aber viele Schuhe zaubern mir einfach beim Anblick schon ein breites Grinsen ins Gesicht. So geht es auch Natalie Portman - Heal the World, die sich hin und wieder Stilettos lediglich zum Betrachten kauft, obwohl sie der Schauspielerin gar nicht passen. Doch mit ihrem Schuhtick ist die Hollywood-Schönheit keineswegs allein.

Unter dem Titel Schuhtick - Schuhtick widmet sich eine ganze Ausstellung dem Faible, dem bevorzugt wir Frauen verfallen sind. Schritt für Schritt gehen wir in den vier überdimensionalen Schuhkartons durch Schuhgeschichten und vorbei an Schuhen mit Geschichte. Empfangen von einem XL-Stiletto führt der Weg weiter durch Schnürsenkel, Schnallen und Schnabelschuhe.

Schuhwerke
Schuhe von Ferragamo für Judy Garland.

Höher schlagen lassen mein Herz Audrey Hepburns Ballerinas oder rote Pumps aus dem Film „Evita“. Wie die Schauspielerinnen sich wohl in ihnen gefühlt haben? Unter den 400 Exponaten finden sich außerdem die älteste Sandale Europas, Biedermeierstiefel, Schuhe von Mode-Lexikon - Marlene-Hose und eigens für Marilyn Monroe entworfene Krokodilleder-Pumps von Designer-Lexikon - Ferragamo. Der italienische Designer war vor allem im aufkommenden Hollywood der Zwanziger für die Schuhticks der Stars verantwortlich – als Erfinder der Keilabsätze aus Kork, mit Patchworkmaterialien und architektonischen High-Heel-Träumen.

Am Projekt „Schuhtick“ haben Archäologen, Kultur- und Naturwissenschaftler verschiedener Museen gearbeitet. Wundervoll, wie viel Vergnügen die Wissenschaft bereitet! Wer es nicht bis zum 9. Juli in die Ausstellung ins LWL Landesmuseum - LWL Landesmuseum in Herne schafft, hat Gelegenheit den Fußspuren zu folgen: zunächst ins Überseemuseum Bremen, danach in die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim.

Ich werde meine schuhverliebte Nase jetzt erst einmal wieder zwischen die Seiten des Buches zur Ausstellung stecken. Sneakers in der Rap- und Hip-Hop-Kultur, Chucks zur Hochzeit von Mick Jagger und rote Lackpumps mit XXXL-Hacken als Fetischobjekt – abseits der Alltagstreter enthüllen die Sohlen diverse Kuriositäten. So viele Geschichten, wie sie Absätze haben, erzählen natürlich auch Ikonen wie der „Tribute“ von Yves Saint Laurent - Zum Abschied, die rot besohlten Heels von Christian Louboutin und die Sling-Pumps von Schuh-Kult - Der König der High Heels.

© Verlag Philipp von Zabern


Titel:
Schuhtick – Von kalten Füßen und heißen Sohlen
Herausgeber: Hartmut Roder
Verlag: Philipp von Zabern, Mainz
Preis: Museumsausgabe: 19,90 Euro, Buchhandelsausgabe: 29,90 Euro

Schuh Kolumne

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