Schuh-Ausstellung Laufen lernen

15.01.2009

 

Von Pumps für Marilyn Monroe bis zu Stilettos von Manolo Blahnik: Alle Zeiten schreitet die Ausstellung „Schuhtick – Von kalten Füßen und heißen Sohlen“ ab. Vier Riesenkartons für alle Schuhliebhaber!
Text: Kerstin Kotlar
© Attalai Zita
Unzählige feine weiße Federn mit schwarzen Spitzen, silbernes Leder durchsetzt mit rot-gelben biomorphen Formen und ein schlichter Haken als Absatz – diese „Ufo“-Sandale ist sicherlich zum Tragen eher ungeeignet. Aber viele Schuhe zaubern mir einfach beim Anblick schon ein breites Grinsen ins Gesicht. So geht es auch Natalie Portman, die sich hin und wieder Stilettos lediglich zum Betrachten kauft, obwohl sie der Schauspielerin gar nicht passen. Doch mit ihrem Schuhtick ist die Hollywood-Schönheit keineswegs allein.

Unter dem Titel „Schuhtick – Von kalten Füßen und heißen Sohlen“ widmet sich eine ganze Ausstellung dem Faible, dem bevorzugt wir Frauen verfallen sind. Schritt für Schritt gehen wir in den vier überdimensionalen Schuhkartons durch Schuhgeschichten und vorbei an Schuhen mit Geschichte. Empfangen von einem XL-Stiletto führt der Weg weiter durch Schnürsenkel, Schnallen und Schnabelschuhe.
Schuhwerke
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Höher schlagen lassen mein Herz Audrey Hepburns Ballerinas oder Madonnas rote Pumps aus dem Film „Evita“. Wie die Schauspielerinnen sich wohl in ihnen gefühlt haben? Unter den 400 Exponaten finden sich außerdem die älteste Sandale Europas, Biedermeierstiefel, Schuhe von Marlene Dietrich und eigens für Marilyn Monroe entworfene Krokodilleder-Pumps von Salvatore Ferragamo. Der italienische Designer war vor allem im aufkommenden Hollywood der Zwanziger für die Schuhticks der Stars verantwortlich – als Erfinder der Keilabsätze aus Kork, mit Patchworkmaterialien und architektonischen High-Heel-Träumen.

Am Projekt „Schuhtick“ haben Archäologen, Kultur- und Naturwissenschaftler verschiedener Museen gearbeitet. Wundervoll, wie viel Vergnügen die Wissenschaft bereitet! Wer es nicht bis zum 9. Juli in die Ausstellung ins LWL-Museum in Herne schafft, hat Gelegenheit den Fußspuren zu folgen: zunächst ins Überseemuseum Bremen, danach in die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim.

Ich werde meine schuhverliebte Nase jetzt erst einmal wieder zwischen die Seiten des Buches zur Ausstellung stecken. Sneakers in der Rap- und Hip-Hop-Kultur, Chucks zur Hochzeit von Mick Jagger und rote Lackpumps mit XXXL-Hacken als Fetischobjekt – abseits der Alltagstreter enthüllen die Sohlen diverse Kuriositäten. So viele Geschichten, wie sie Absätze haben, erzählen natürlich auch Ikonen wie der „Tribute“ von Yves Saint Laurent, die rot besohlten Heels von Christian Louboutin und die Sling-Pumps von Manolo Blahnik.
Buchtipp:

Titel:
Schuhtick – Von kalten Füßen und heißen Sohlen
Herausgeber: Hartmut Roder
Verlag: Philipp von Zabern, Mainz
Preis: Museumsausgabe: 19,90 Euro, Buchhandelsausgabe: 29,90 Euro
Cristina  |  29.01.2009, 21:23
Wow!
Irre Schuhe! Zu der Ausstellung muss ich unbedingt hin...
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