Schuh-Shopping Vom Suchen und Finden

08.01.2008

 

Rot ist die Liebe. Und meine neuen Ankle-Boots sind es auch. Bis sie in mein Leben getreten sind, war es ein weiter Weg. Naja, manchmal muss man eben an seine Grenzen gehen und wenn es nur die des gewohnten Shopping-Terrains sind.
© www.goertz-shop.de
Leugnen hilft nichts mehr und Verdrängen schon gar nicht. Meine Stiefelletten haben sich gerade so über den Winter geschleppt und wirken etwas altersschwach. Auch wenn’s schwer fällt und wir uns immer noch mögen, es wird wirklich Zeit Nachfolger zu suchen. Praktisch die Lizenz zum Shoppen, nur warum kommt da eigentlich keine Begeisterung auf?

Ja, wie kann das denn sein, höre ich es schon von allen Seiten vorwurfsvoll tönen. Allüberall stehen doch längst die Winterschluss-Angebote bei Fuß. Also mal nicht so anstellen, einfach zugreifen, reinschlüpfen und gut ist. Und ich gebe ja auch zu, dass man derzeit im Grunde aus dem Vollen schöpfen könnte. Wenn, ja wenn man nicht auf die große Liebe hoffen würde.

Ja richtig gehört, mein altes Problem: Bei Schuhen bin ich noch weniger kompromissbereit als beim restlichen Outfit und brauche die großen Gefühle. Wenn mir dann auch noch das ideale Paar vorschwebt (oder auf einer Magazinseite begegnet ist), wird der Beutezug garantiert anstrengend, weil die Übereinstimmung zwischen Wunsch und Wirklichkeit unbedingt zu hundert Prozent erfüllt werden muss. Oder zu 99, aber mindestens ...
© Stockbyte
Aber gestern gab es kein Zurück. Ich hatte extra einen Nachmittag frei, der musste sinnvoll genutzt werden. Nachdem ich anstrengende fünf Stunden durch die Einkaufsstraßen gelaufen bin und die Auslagen und Regale sämtlicher mir bekannter Schuhläden abgescannt hatte, nachdem ich immer verzweifelter in das ein oder andere Paar gestiegen bin, nachdem ich fast schon bereit war, vernünftig zu sein und einfach was „Praktisches“ mitzunehmen, nachdem ich mich dann mit leeren Händen und wundem Herzen auf den Heimweg gemacht habe und leidenschaftslos einen letzten Abstecher in einen neu eröffneten, von außen wenig ansprechenden Laden am Stadtrand gewagt habe, hat es gefunkt.

Wir sind jetzt zusammen, meine roten Ankle-Boots mit Velourslederbesatz, mit der süßen schmalen Stupsnase und dem halbhohem Absatz. Ganz verliebt muss ich immer wieder die Manschetten anschauen, die sich herrlich und fast elegant um meine Fesseln schmiegen. Und die kommen mir auf einmal auch viel zierlicher vor. Erinnert mich irgendwie an Hermesflügelchen, eben einfach göttlich!
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