DesignermodeStella für alle

Stellas H&M-Mode

AMICA: Was ist Ihr persönliches Lieblingsteil in Ihrer H&M-Kollektion?

Stella McCartney: Die schmalen Jeans sind wirklich gut. Echter „Stella Style“, genauso wie die übergroßen Pullover oder der Trenchcoat. Den Rest der Kollektion haben wir um diese Klassiker herum entworfen.

A: Ihr Markenzeichen sind maßgeschneiderte Anzüge. Sie sind bekannt für hohe handwerkliche Ansprüche. Konnten Sie die umsetzen?

M: Die Ansprüche sind dieselben. Die Teile wurden zwar nicht maßgeschneidert, aber sie sitzen perfekt.

A: Was unterscheidet Stella McCartneys Kleider vom Rest bei H&M?

M: Ich steuere etwas bei, das H&M sonst kaum bietet: bei der Feinarbeit auf jedes Knopfloch und jede Naht zu achten. Meine Kollektion ist so aufwändig und edel wie nur möglich.

A: Kann sich eine H&M-Kundin McCartney leisten?

M: Das ist ja Sinn der Sache! Normalerweise verwende ich Kaschmir oder Vintage-Materialien. Für H&M sind es Feinwolle und Seide. So wird Designermode für ein breites Publikum tragbar. Das wollte ich schon immer. Das elitäre Gehabe um Luxusmode nervt.

A: Warum dauert die Zusammenarbeit nur eine Saison?

M: Das macht den Deal ja so spannend. Ein schneller Kick. Darum geht es in der Mode.

A: Es gab einen Massenauflauf, als die Lagerfeld-Kollektion in die Läden kam. Erwarten Sie das auch?

M: Ich hoffe es! Aber es soll natürlich nicht zugehen wie beim Ramschverkauf. Eher so, als würden die Leute für Konzerttickets anstehen.

A: Was haben Sie zuletzt bei H&M gekauft?
M: Wahnsinnig viel. Bei H&M kaufen ist eine Art Instantbefriedigung. Man nimmt eine Kette mit, einen Rock, Wäsche, zieht die Teile einmal an oder jeden Tag. Wenn es mir gelingt, dass jemand zum ersten Mal bei H&M einkauft, habe ich gute Arbeit geleistet.