Sommermode shoppen Kalt erwischt

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In den Läden hängen längst die Winter-Looks. Wäis Kiani über das verzweifelte Suchen und Finden von Sommermode im Sommer.
Text: Wäis Kiani
© Jupiter Images
Eine Freundin hat mich auf ihre Hochzeit eingeladen! Eigentlich sollte ich mich darüber freuen. Denn außer mir werden die 70 reichsten und schicksten Frauen der Schweiz anwesend sein. Wenn da nur nicht die leidige „Was ziehe ich bloß an?“-Frage wäre. Wer wie ich eine Mode-Kolumne schreibt, kann doch nicht in einem ollen Kittel oder einem durchschnittlichen Outfit antanzen. Und die kleinen Schwarzen in meinem Schrank fallen für eine solche Hochzeit ebenfalls aus.

Meine Hoffnung: Vielleicht finde ich ja etwas anderes Kleines von Giambattista Valli oder Valentino? Keine Chance! Es gibt weder etwas Kleines noch etwas Großes, es gibt nur einen kümmerlichen Rest an Sommersachen, der von den Kundinnen mit Verachtung gestraft worden ist. Dafür sind die Läden bei 30 Grad Außentemperatur bereits auf Herbst und Winter eingestellt. Ein ganz entzückendes Kaschmirjäckchen aus der neuen Kollektion könnte mich begeistern und ein paar Faltenröcke aus dicker Wolle – aber jetzt nur nicht ablenken lassen.

Die teuren Superfummel aus der Sommerkollektion, die ich jetzt bräuchte, wurden spätestens Anfang Juni im Preis herabgesetzt und hängen längst in den Schränken glücklicher Schnäppchenjägerinnen. Aber wie hätte ich Anfang Juni wissen können, dass mich jemand mit Geld und Stil im August auf seine Hochzeit einlädt! Und offenbar scheint die allgemeine Klimaerwärmung keinen Einfluss auf das Kollektions-Timing zu haben. Überhaupt: Wieso finden viele Sommer-Sales bereits vor dem regulären Sommerbeginn am 21. Juni statt?
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