Trends: Mad Men Zurück in die 60er
"So Mad Men“, ist in den USA das Modekompliment der Stunde. Die Serie und ihr 60ies-Chic inspirieren die Designer und faszinieren die Massen. Zum deutschen Free-TV-Start erklären wir warum.
Text: Veronika Schaller
Die Modewelt ist verrückt. Verrückt nach einer Fernsehserie über einen New Yorker Werbeagenten in den 60er Jahren. Enge Blusen, betonte Taillen, Spitztüten-BH’s und schwingende Kleider inspirierten zum Beispiel Michael Kors zu seiner Herbst-Winter-Kollektion 2010. „Die Garderobe ist einfach außerordentlich“, sagte er über die Kostüme aus Mad Men.
Auch Miuccia Prada und Marc Jacobs für Louis Vuitton sollen sich diese zum Vorbild genommen haben.Längst wird Janie Bryant, die Kostümdesignerin der Show, als neue Patricia Field gehandelt. Denn um ihre mehr als 200 Outfits pro Sendung entsteht ein Hype à la Sex and the City.
Für den Homeshopping-Kanal QVC entwarf sie eine 20-teilige Kollektion im Serien-Stil, mit der Firma Nailtini lanciert sie eigene Nagellacke, die sich an den Stoffen der Mad Men-Kostüme orientieren und ein Buch über den Style ist auch schon im Druck .
Kaufbereite Fans gibt es unter den rund 3 Millionen US-Zuschauern mit Sicherheit. Schon als der US-Sender AMC am 25. Juli 2010 etwa zum Kostümwettbewerb aufrief, kamen tausende Fans in Mad Men-Outfits auf den New Yorker Times Square. Und auf Mode-Websites wird jeder Look der Hauptfiguren minutiös analysiert. Da heißt es beispielsweise auf „Fashionista.com“: „Weil alle blau tragen sollten, um das ‚Sterling Cooper Draper Price- Büro’ als aufstrebendes Unternehmen zu präsentieren, war Joans Auftaktkleid navyblau‚ mit weißen Rüschen an Ausschnitt und Ärmeln.“
Christina Hendricks macht Kurven zu Stars
Joan, das ist die Chefsekretärin der Werbeagentur, gespielt von Christina Hendricks. Sie avanciert seit Start der Serie im Jahr 2007 zum Liebling Hollywoods. Obwohl – oder gerade weil – sie mit Kleidergröße 38-40 nicht dem Gardemaß Hollywoods entspricht.Kaum wird sie vom Männermagazin „Esquire“ zur schönsten Frau Amerikas gewählt, wird schon spekuliert, ob die Serie den Trend zu einem kurvigeren Frauenbild setzt. Vom Regisseur selbst soll sogar die Anweisung kommen, die Schauspielerinnen dürften auf keinen Fall abnehmen.
Zu sehen gibt es Joan und Co. ab dem 6. Oktober 2010 im deutschen Free-TV. Der Digitalkanal ZDFneo strahlt die erste Staffel der Serie aus.
Männer als Machos
Mad Men lässt sich übrigens mit „verrückte Männer“ übersetzen, bezieht sich aber auf die „Madison Avenue“ in New York. In den 60er-Jahren wurden die dort arbeitenden Männer so bezeichnet.In Zeiten in denen Rauchverbot und Emanzipation noch Fremdwörter sind, liegen der Hauptfigur Don Draper alle Frauen zu Füßen. Jon Hamm spielt diesen Werbemacher in Maßanzügen und mit Macho-Manieren. Weil eine Kundin im Widerworte gibt, verlässt er beispielsweise mit den Worten „So lasse ich eine Frau nicht mit mir reden“ ein Meeting und seine eigene Ehefrau betrügt er mit zahlreichen Affären.
Gründe für den Erfolg
Die Zerrissenheit der Persönlichkeiten und die Schwierigkeiten zwischenmenschlicher Beziehungen sind in Mad Men so gut inszeniert, dass die Serie dieses Jahr zum dritten Mal in Folge den „Emmy“-Award als beste „Drama-Serie“ gewann.Warum nicht nur die Machart, sondern auch die Mode der Serie gefeiert wird, erklärte Janie Bryant gegenüber „Welt Online“ so:
„Damals machten sich die Leute noch chic, wenn Sie ins Flugzeug stiegen, zum Dinner verabredet waren oder in die Kirche gingen. Es gab noch eine Korrektheit der Kleidung. Dass scheint uns heute wieder zu faszinieren, weil unsere Kultur so casual ist.“
Fernseh-Tipp:
Was? Mad Men, Staffel 1
Wann? Ab 6.10.2010, jeden Mittwoch um 22.30 Uhr
Wo? ZDFneo (Infos zum Empfang auf Neo.zdf.de)
Was? Mad Men, Staffel 1
Wann? Ab 6.10.2010, jeden Mittwoch um 22.30 Uhr
Wo? ZDFneo (Infos zum Empfang auf Neo.zdf.de)










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