Sex and the City Filmset-Geflüster
High Heels! Handtaschen! Hunks zum Niederknien ... am 29. Mai startet weltweit der Kinofilm „Sex and the City“. Beim Dreh des Jahres drehten viele durch. Unsere Augenzeugin Brigitte Steinmetz über den Big Hype in Big Apple
Sex“, flüstert das Kassenmädchen bei Bergdorf Goodman an der Fifth Avenue. „Nicht schon wieder“, stöhnt jemand. „Wo?“, ruft eine Frau im Pelz, die Handy-Kamera im Anschlag. Die Verkäuferin nickt mit dem Kopf in die Richtung, in der ein zerrauftes Paar von Sicherheitskräften zur Rolltreppe eskortiert wird. „Die hatten Sex in der Umkleidekabine“, sagt sie wichtig. Doch keiner hört mehr hin. Früher hätte so etwas noch Aufsehen erregt. Im Frühling 2008 denken New Yorker bei Sex nur noch an eins: „SATC The Movie“.„Der wichtigste Film, der jemals in der City gedreht wurde“, scherzt die lokale Gossip-Site „Gawker“. Monatelange Hysterie liegt hinter der Stadt, die sonst stolz darauf ist, dass sie nichts kümmert. Doch zwischen der ersten Schlagzeile im August 2007: „,SATC – der Film‘ wird Realität: Touristinnen auf der Suche nach Carries Cupcakes überschwemmen wieder das West-Village“, mit der das „New York Magazine“ Halali rief, und dem letzten Gerücht aus der „New York Post“ kurz vor Filmstart: „,Sex and The City‘-Stylistin Patricia Field im Zentrum eines Zickenkriegs – Wer wird die schönste Robe zur Premiere kriegen?“ verpuffte die Coolness. Ganz New York guckte hin statt weg. Einheimische bloggten von Szenen, die sich vor ihrer Haustür abspielten: „Sie filmen vor meinem Bürogebäude an der Neunten und Broadway. Carries Assistentin trägt schwarze Steghosen – werden die jetzt wieder Mode?“ Bei Drehstart im September 2007 wimmelte Manhattan von Touristen, angelockt vom billigen Dollarkurs und beseelt von Groupie-Geist.
Die „New York Times“ berichtete von Tumulten vor der Public Library an der Fifth Avenue. Regie-Assistenten versuchten, Schaulustige über Megaphon zu choreografieren. Einfache Szenen, im Drehplan mit 20 Minuten veranschlagt, dauerten Stunden, weil Fan-Schreie den Ton ruinierten. Und man hörte ununterbrochen Frisches, Brandheißes aus der Gerüchteküche.
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