Abschied von Top-DesignerNicolas Ghesquière verlässt Balenciaga

von Amici Autorin Möchtegern-Fashionista und Tiegelvernichterin
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Der Chefdesigner von Balenciaga Nicolas Ghesquiére

Er designte anders, gab Balenciaga ein neues Gesicht – und das sehr erfolgreich. 15 Jahre lang leitete Nicolas Ghesquière die Kreativabteilung des Modehauses. Doch wie jetzt bekannt wurde, kehrt der heute 41-Jährige dem Modelabel in beidseitigem Einvernehmen den Rücken. Einen Nachfolger für seinen prestigeträchtigen Job gibt es allerdings noch nicht.

Cristóbal Balenciaga, Namensgeber und Gründer des Modelabels, entwickelte in den 1950er-Jahren die I-Linie. Er war für eine reduzierte und spartanische Mode bekannt. Die Modenschauen Cristóbal Balenciagas fanden immer einen Monat nach allen anderen Couture-Veranstaltungen statt. So trickste er Nachmacher aus, um seine Entwürfe zu schützen. Balenciagas Arbeit wurde bei anderen Modedesignern gewürdigt und verstanden. So sagte Christian Dior einst über seinen erfolgreichen Kollegen: „Die Haute Couture ist wie ein Orchester, dessen Dirigent Balenciaga ist. Wir anderen Couturiers sind die Musiker und folgen den Anordnungen, die er gibt“. Hätte Balenciaga, der 1968 die Türen des Modelabels schloss und 1972 starb, einen Nachfolger für die Wiederbelebung des Labels aussuchen können, wäre seine erste Wahl mit Sicherheit nicht auf Nicolas Ghesquière gefallen.

Denn für Balenciaga war, wie Nicolas Ghesquière in der „Elle“ verriet, „die Haute Couture wie eine Religion. Ready-to-wear hingegen total vulgär. Sich darauf zu beschränken, dass es deine Kreationen nur einmal geben darf, ist für mich eine seltsame Art zu denken. Für ihn aber war nichts anderes vorstellbar“.

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Dennoch glückte der Neustart der Marke unter Ghesquière. Nicolas Ghesquière hat sich neben der Haute Couture auch in der Prêt-à-porter-Mode erfolgreich etabliert. Er versuchte die Ideale von Cristóbal mit seinen Ideen zu verbinden. Sein Stil war eine Liaison zwischen Zurückhaltung und einer Spur Überfluss, die versuchte Simples mit Ausdrucksstarkem zu vereinen. Das verdeutlichte er durch Materialmix. So verwendete er beispielsweise Pelz in Gegenwart von Jersey- oder Baumwollstoffen oder kombinierte schlichte Oberteile mit auffäligen Hosen sowie Röcken.

Stars wie Kristen Stewart oder Nicole Kidman trugen seine Kleider gerne auf den roten Teppichen. Und wer kennt sie nicht? Die It-Bag „Motorcycle“ mit Lederfransen und XL-Nieten, die von Alexa Chung bis Sienna Miller alle, wirklich alle, trugen. Nicolas Ghesquière machte Balenciaga wieder zu einem der beliebtesten französischen Labels. Über sich selbst sagte der Modedesigner einst: „Für mich ist Mode das Ergebnis emotionaler Recherchen. Ich versuche immer wieder herauszufinden, was Menschen gerade wollen“. Es lässt sich also gespannt warten, welche Wege Balenciaga und Nicolas Ghesquière nun gehen werden. Aber eines haben die beiden jetzt schon gemeinsam: Sie sind für die Modewelt unverzichtbar geworden.

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