NightlifeIst Amy da?

Am Restaurant kann es nicht liegen. Wer „Bette“ mitten in Chelsea betritt, staunt erst mal, dass hier alles so normal ist. Klein, im gemäßigten 70er-Jahre-Styling, das Lobstercarpaccio ist ordentlich, vielleicht ein bisschen teuer. Das also soll nun das hippste Lokal New Yorks sein?

Eines, wo Nicole Kidman regelmäßig vorbeischaut, wo die Clintons powerlunchen und Paris Hilton ihre Clique ausführt. „Bettes“ Erfolg hat nichts mit der Location oder dem Essen zu tun, sondern ist einzig und allein der Besitzerin zu verdanken. Amy Sacco hat sich mit dem unprätentiösen Restaurant einen Traum erfüllt: „Eine Art Kantine in meiner Nachbarschaft.“

Sie wohnt im selben Haus, aber das mit der Kantine ist natürlich untertrieben. Seit sie vor ein paar Jahren ihre Bar „Lot 61“ eröffnete und später die Lounge „Bungalow 8“, stellen Mick Jagger oder George Clooney schon am Eingang die Frage: „Is Amy there?“ Genau die Sorte Gäste, die Amy den Ruf eintrugen, ein Social Dictator in der Stadt zu sein. Also jemand, dem sich Stars bereitwillig unterwerfen, weil sie wissen: Mit ihr wird es nie langweilig.

Und an den richtigen Stellen ist sie auch mal streng. „Frag dich lieber, was du für deine Party tun kannst, statt was deine Party für dich tun kann!“ ist (frei nach John F. Kennedy) das Credo der zurzeit erfolgreichsten Queen of the Night von Manhattan. Vergleiche mit den großen Nachtleben-Empresses Dianne Brill und Susanne Bartsch findet sie in Ordnung. „Amy hat allerdings noch mehr Klasse“, sagt ein alter Freund namens Bruce Willis, der als Dauergast in „Bungalow 8“ nicht unwesentlich zu Amys Erfolg beitrug.

Der Geschäftssinn des gebürtigen Jersey-Girls ergibt mit dem Wissen um menschliche Alchemie eine einzigartige Kombination. Sie tritt nicht als zickige Diva auf, sondern begegnet ihren Gästen eher wie eine große Schwester. „Bei uns zu Hause saßen beim Abendessen immer zehn Leute am Tisch. Meine Mutter machte das phantastisch.“ Ihr Restaurant (nach ihrer Mutter Bette benannt) lässt diesen Geist wieder aufleben. Selbst Jack Nicholson konnte sich dem Charme der großen Schwester nicht entziehen. Sein Kompliment: „Sehr viel Frau für ein Restaurant.“