Angelina Jolie wieder schwanger Kann Kinderkriegen süchtig machen?

 

Sie will immer mehr: Angelina Jolie erwartet nun wohl ihr siebtes und achtes Kind. Warum bei manchen Frauen der Wunsch nach Babys extrem stark ausgeprägt ist, erklärt ein Psychologe.
Text: Veronika Schaller
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Angelina Jolie und Brad Pitt bekommen angeblich bald Familienzuwachs.
„Nach der Geburt unseres vierten Mäuschens bemerke ich, dass mein Kinderwunsch immer noch nicht nachlässt. Ich dachte, nach dem Vierten hört es vielleicht auf. Mein Mann möchte kein weiteres Kind mehr, aber nur der Gedanke daran, dass dies das letzte sein soll, macht mich depressiv“, schreibt Katrin in einem Schwangerschaftsforum. „Ich liebe Kinder und kann nicht genug bekommen ... es fühlt sich schon fast wie eine Sucht an“, erklärt die 35-Jährige.

Eine andere, leidenschaftliche Mutter mit dem Nutzernamen „Hotel Mama“ kann sie gut verstehen. „Für mich war es lange auch sehr schwer zu akzeptieren, dass nichts mehr nachkommen wird. Ich habe die letzte Schwangerschaft sehr genossen und es ging mir noch nie so gut in meinem Leben“, berichtet sie.
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Stars im Kinder-Fieber

Auch bei manchen Promi-Müttern liegt der Verdacht nahe, sie könnten von Babys nicht genug bekommen. Aktuelles Beispiel: Angelina Jolie. Gerade berichtete das US-Magazin „OK!“, dass sie zum zweiten Mal Zwillinge erwarte. Gemeinsam mit Brad Pitt hat sie bereits drei adoptierte und drei leibliche Kinder. „Nichts ist geplant, ich könnte auch schwanger werden“, hatte die 36-Jährige 2011 noch erklärt.

Die frisch von Noch-Ehemann Seal getrennte Heidi Klum sagte 2008: „Kinder machen süchtig. Wenn sie größer werden, vermisst du die Zeit als sie noch klein waren“. Damals erklärte sie, sie sei noch lange nicht fertig mit der Familienplanung, obwohl das Viele glaubten. Tatsächlich kam ein Jahr später ihr viertes Kind zur Welt.

Wegen ihrer vielen Babys erst berühmt wurde Nadya Denise Doud-Suleman, genannt „Octomom“. Die Mutter von sechs Kindern hatte nach einer künstlichen Befruchtung nochmals Achtlinge geboren. Kann man also vielleicht abhängig werden von Schwangerschaften, Geburt und Babys?
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Sucht nein, irreale Sehnsucht ja!

„Dass es eine krankhafte Sucht nach dem Kinderkriegen gibt, ist mir nicht bekannt“, sagt Diplom-Psychologe Michael Thiel, „aber es mag sein, dass einige Frauen eine abnormal große Sehnsucht nach Nachwuchs verspüren“. Einerseits weil sie vielleicht die Gefühle des Versorgens und des Gebrauchtwerdens nicht mehr missen wollten, erklärt der Experte.

Oft hätten diese auch ein großes Verlangen nach dem, in der Schwangerschaft ausgeschütteten, Hormon Oxytocin. Dieses „Kuschelhormon“ verstärke die Emotionen und sorge für einen wohligen Zustand. Aber es gibt einen weiteren Grund dafür, dass Mütter ihre Familienplanung selbst nach dem vierten oder fünften Kind noch nicht abschließen wollen. „Sie versuchen möglicherweise das Altern hinauszuzögern und wehren sich gegen den Eintritt in eine neue Lebensphase ohne Kinder“, weiß der Psychologe.

Dabei beginnt eine Mutter im Idealfall schon früh damit, ihr Kind behutsam an das Leben zu entlassen. Am besten sei es laut Michael Thiel, wenn die Eltern den Kindern viel mitgäben und dabei nicht egoistisch seien. „Wer Schwierigkeiten damit hat, dass sein Kind unabhängiger wird, der hat ein Problem“, sagt der Psychologe. In dieser Situation sollte man sich fragen: Will ich nochmal so etwas Kleines, Süßes, Abhängiges, weil mein Leben nicht erfüllt ist? Versuche ich damit Traumata aus der Vergangenheit aufzuarbeiten oder eine kaputte Ehe zu reparieren?

Betroffenen rät Michael Thiel dazu, ihr Leben zu reflektieren und gegebenenfalls umzustellen, sich neue Aufgaben und Hobbys zu suchen. Denn: „Wenn der irreale Kinderwunsch so unbändig groß ist, kann er auch die Partnerschaft gefährden.“
Michael Thiel arbeitet seit 1988 selbstständige Tätigkeit als Psychologe, Supervisor, Trainer und Coach. Schwerpunkte: Krisenintervention, Kurzzeittherapie, Paar- und Familientherapie. Coaching bei Managern, Künstlern und Persönlichkeiten aus dem Showbusiness und Medienbereich.

Mehr Infos: www.psychologethiel.de
Meier  |  06.02.2012, 08:28
Heute ist Heute!
Wer immer noch glaubt es sei normal und legitim eine halbe Schulklasse in die Welt zu setzen, sollte sich mal vom deutschen Inselblick der angeblich aussterbenden Menschheit verabschieden. Ich empfehle dazu die Seite weltbevölkerung.de. Als Schnelleinstieg nur eine Zahl: Die Weltbevölkerung wächst jährlich um 80 Millionen Köpfe.

Hel  |  03.02.2012, 09:16
Sucht?
Früher war es ganz normal, dass Frauen sechs und mehr Kinder auf die Welt brachten und jetzt wird genauer hingeschaut, wenn eine Frau mehr als fünf Kinder will. Vielleicht sind diese Frauen ganz normal und unsere Gesellschaft ist pervertiert. Im Ernst: Alleine diese Frage aufzuwerfen, zeigt wie weit wir uns von den natürlichsten Empfindungen entfernt haben. Muttergefühle haben der Menschheit das Überleben gesichert. Warum spricht keiner darüber, dass es eben nicht normal ist, wenn eine Frau keine Kinder will. Das führt dazu, dass Nationen aussterben werden, aber nicht die Freude an eigenen Kindern.

Karin Reske  |  02.02.2012, 21:08
Schwangerschafts"sucht"
Das Problem ist wohl, dass diese "Sucht" sich nur auf Schwangerschaft und Babys bezieht, die Kleinen aber gnadenlos älter werden -und dann kann die Mama nicht mehr. Ab Trotzalter befriedigt kein Kind mehr die Sucht der Mutter nach ihren eigenen beruhigenden und aufheiternden Hormonen.
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