Angelina JolieDie Göttliche

Bisher gehörte ein Interview mit Angelina Jolie zu den dankbarsten Aufgaben, die ein Journalist haben kann: Man stellte eine Frage, egal welche. Und sie antwortete mit intimsten Details aus ihrem Privatleben. Erzählte von Blutphiolen als Halsschmuck, von Drogen, Sex mit Frauen, dem Bruch mit ihrem berühmten Vater Jon Voight (er ermahnte sie öffentlich, eine Therapie zu machen, sie trennte sich von seinem Nachnamen).

Ihre Unbedingtheit war hinreißend – man war entsetzt und wollte trotzdem immer mehr davon. Als sie ihrem Bruder James Haven öffentlich die Liebe gestand, als sie an Billy Bob Thorntons Ohrläppchen saugte, während er einem Reporter berichtete, die beiden hätten es gerade in der Limo gemacht, fand man das unmöglich. Aber auch, na ja, verwegen. Ehrlich. Angstlos. Man sah ihr zu und schämte sich für sie. Aber mehr noch schämte man sich für sich selbst. Denn sie traute sich Freiheiten zu, zu denen man selbst nie die Chuzpe gehabt hätte.