FilmreifLiebespaar im Film spielt Liebespaar im wahren Leben

Ziemlich bemerkenswert, wie genau der Promiskandal des Jahres – wenigstens so lange, bis die Cruise/ Holmes-Verlobung platzt – mit dem Start von „Mr. & Mrs. Smith“ zusammenfällt. Eine bessere Werbekampagne hätte man sich nicht ausdenken können: Liebespaar im Film spielt Liebespaar im wahren Leben.

So schön wurde man nicht mehr an der Nase rumgeführt, seit Doris Day und Rock Hudson den Leuten weis gemacht haben, sie wären ineinander verliebt. Beweise für „die heißeste Liebe Hollywoods“ gibt es nicht. Aber eigentlich ist es auch vollkommen wurscht, ob Angelina Jolie und Brad Pitt wirklich zusammen sind. Entscheidend ist lediglich, dass man es sich vorstellen kann.

Nachdem Angelina Jolie zwei ihrer Kollegen geheiratet hatte (Thornton und, davor, Jonny Lee Miller) und sie öffentlich über ihren fast schon kriminellen Sexdrive plauderte, wurde ihr mit jedem Hansel, mit dem sie im gleichen Film auftrat, eine Affäre nachgesagt: Olivier Martinez, Colin Farrell, Ethan Hawke. Der schwärmte von ihr wie ein Grußkartenautor: „Hin und wieder schafft Gott etwas, das einfach perfekt ist.“

Die Unberechenbare: Angelina Jolie tut nie das
Erwartete


Schamlos selbstbewusst, hält sich Angelina Jolie nicht mit etwas so Einfallslosem wie einem festen Freund auf. Sie hat sich ein paar Liebhaber zugelegt, bei Bedarf geht sie mit ihnen ins Hotel – zu Hause will sie nicht, da ist der vierjährige Sohn. Und der Mann, den sie zu sich und Maddox ins Haus lässt, gibt es noch nicht. „Einer, der hart arbeitet und liebt – das war bisher nicht zu finden“, sagte sie. Und auch: „Die Leute wollen Antworten, aber zuerst muss ich wissen, was passiert. Es gibt nichts zu sagen, bevor es etwas zu sagen gibt.“ So bleibt auch das geniale Gerücht, sie sei von Brad im dritten Monat schwanger unkommentiert.

Sie gibt immer gerade so viel von sich preis, dass man sich den Rest dazu denken kann. Und während unsere Projektion von ihr über die Leinwand flackert, macht sie sich durch den Seitenausgang davon und beschäftigt sich mit Dingen, die ihr wirklich wichtig sind. Sie reist als Botschafterin des UNHCR (das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen) in den Mittleren Osten, fliegt ihr eigenes Flugzeug und steht abends wie ein exotisches Tier auf dem roten Teppich – unnahbar, selten, schön. Bei einem Galadinner im März saß sie – Kostüm, strenger Dutt – neben dem ehemaligen amerikanischen Außenminister Colin Powell. Der konstatierte, das UNHCR könnte „keine bessere Botschafterin haben“.

Zur Premiere von „Mr. & Mrs. Smith“ in L.A. kam sie in einem wie angelöteten schwarzen Lederkleid, sah stolz und verwegen aus. Als Brad Pitt zu ihr rüberwieselte, war irgendwie klar: Natürlich meint sie es nicht ernst mit ihm. Sie hat im kleinen Zehennagel mehr Schneid, als der ganze Brad. Der Mann wäre ihr niemals gewachsen. „Ich bin in Beziehungen nicht so gut wie darin, mein Leben allein zu leben“, hat sie letztens gesagt. So lange sie sich nicht kriegen lässt, werden sie weiter nach ihr jagen.

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