Angelina JolieHemmungslos provokant

© Lorenzo Agius

Wenn man bedenkt, worüber sie früher so erzählte: Sex, Blut, Tod. Sätze wie: „Ich brauche mehr Sex, o.k.? Bevor ich sterbe, will ich die ganze Welt schmecken.“ Und: „Ich liebe meinen Mann so sehr, ich könnte ihn umbringen.“ Oder sie stand auf irgendeinem roten Teppich neben Billy Bob, saugte sich an seinem Ohrläppchen fest, während der in die Welt trompetete: „We just fucked in the car.“ Oh. Mein. Gott.

Das war zu viel. Sie war zu viel. Jolies hungrige Art – gepaart mit einer Pin-up-Figur und den prallsten Lippen diesseits von Chiara Ohoven – machte sie in null Komma nix zur verruchten Sexbombe. Sie war ein Versprechen von Sex, und alle wollten es einlösen.

Jeder noch so kleine Artikel zitterte vor Verlangen nach dieser Frau. „ReizvollIhre Haut sei „cremig von verdorbenem Versprechen“ blubberte ein Schreiber, „Luftkissenlippen“ attestierte ihr ein anderer. Die Augen waren mal „fluoreszierende Sterne“, mal „postkoital“.

Dementis brachten die erregten Schreiber nicht zur Besinnung. Also spielte Angelina Jolie mit. Ließ drängende Fragen zu. Und redete ununterbrochen weiter. Über ihre Ängste, Aufenthalte in der Psychiatrie. Sie zensierte sich nicht. Redete sich um Kopf und Kragen.