Angelina JolieKampf mit den Dämonen

© Lorenzo Agius

Nein, mit der Ehrlichkeit hat sich Angelina Jolie nicht immer einen Gefallen getan. „Ich fühlte mich oft missverstanden. Es gab Zeiten, in denen ich mich als dunkel und böse empfand, bloß weil ich so portraitiert wurde. Die Teile von mir, die lustig, freundlich oder verspielt sind, haben niemanden interessiert. Irgendwann fragst du dich, ob du wirklich nur schwarze Energie bist.“

Mittlerweile hat sie herausgefunden, dass sie durchaus mehr ist als ihr Image. Botschafterin des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR zum Beispiel. Sie ist informiert über die Situation von Flüchtlingen in aller Welt, rattert Zahlen herunter, spricht engagiert. Erst als sie das Wort Aktivistin in den Mund nimmt, ist sie doch erstaunt über sich selbst. Als könne sie selbst nicht glauben, dass sie tatsächlich etwas anderes sein kann als Angelina Jolie, die exotische Kreatur. Eine respektierte Frau. Oh. Mein. Gott.

Nur ganz selten tauchen die alten Dämonen noch auf. „Ich habe Angst, dass ich nicht genug mache. Ich bin ein Mensch, der ständig Listen schreibt und so viel wie möglich tun will. Ich weiß nicht … Ich will einfach so viel wie möglich tun. Ständig. Bis zu dem Punkt, an dem es zu viel wird …“ Sie driftet ab. Verheddert sich in den eigenen Gedanken. Sie will erzählen, weiß aber nicht, wie viel. Weiß nicht, wo sie aufhören soll.