Anna MouglalisDie Freundin

© Gilles Marie Zimmermann

Wenn es darum geht, über sich selbst zu sprechen, ist sie weit weniger virtuos. Auf die Frage, was sie dabei empfindet, wenn sie sich auf Plakatwänden oder im Kino sieht, sagt sie bloß: „Man muss sich von seinem Spiegelbild losmachen. Ich bin eigentlich mehr oder weniger einfach nur ich selbst. Selbstgefälligkeit interessiert mich nicht. Ich mag doch keiner dieser egozentrischen Menschen werden, die sich mit letzter Kraft zum Psychiater schleppen, um wieder nur über sich zu reden! Nein, wenn die Arbeit zu Ende ist, interessiere ich mich für die anderen.“

Nach vielen Zeugenaussagen muss Anna die allerbeste Freundin der Welt sein. Eine, die sich mitten in der Nacht auf ihr Mofa schwingt, um einen Kummer am anderen Ende der Stadt zu lindern. Und die jederzeit von einem Filmset ausbüchsen würde, um einem Freund zu helfen. Im Augenblick steht sie ihrer kleinen Schwester zur Seite, die gerade nach Paris gezogen ist. „Ich möchte nicht heutzutage anfangen müssen, mir ein Leben aufzubauen. Alles ist so festgefahren. Stell dir vor, meine Schwester weiß noch nicht, was sie im Leben machen will, war sich aber sicher, dass sie dringend gleich eine Waschmaschine braucht.“

Sie selbst, sagt sie, ist schon angekommen: „Ich weiß, dass ich Glück habe. Ist es nicht schön, hier beim Jardin du Luxembourg zu sitzen? Man kann sich vor Glück mit so vielen Dingen fast betrinken: Menschen zu treffen wie Karl, mit der Liebe oder einfach dem Sonnenlicht, das deine Wangen wärmt.“