Anna MouglalisDie Idealistin

© Gilles Marie Zimmermann

Ohnehin neigt sie zu Sätzen, die sich keine Zügel anlegen: „Ich will, dass mein Leben phantastisch ist, sonst könnte ich gleich sterben“, sagt sie zum Beispiel, oder: „Ich bin nicht Schauspielerin geworden, um mein Gesicht zu zeigen, sondern weil ich Kunstwerke machen möchte.“ Das könnte man für hochmütig halten, aber in Wahrheit ist Anna eine Idealistin, die ihre Träume nicht verraten will, bloß weil sie berühmt wurde. Und die es nicht gut ertragen kann, wenn sie andere Schauspieler dabei ertappt, ihre Prominenz zu missbrauchen.

„Einmal ließ ich mich dazu überreden, an einer Aids-Gala teilzunehmen“, erzählt sie immer noch schockiert. „Ich fiel fast aus allen Wolken. Da kommen die Schauspieler, die großen Manitus der Menschlichkeit, und machen erstmal Promo für ihren letzten Film. Können die Leute nicht einfach privat einen Scheck ausfüllen? Mon dieu, ein bisschen Zurückhaltung bitte!“ Und was sie über egozentrische Kollegen zu sagen hat, will man nicht wiedergeben, weil es ihr schaden könnte. Über Sofia Coppolas neuen Film „Marie Antoinette“ zum Beispiel kann sie sich ohne Ende aufregen: „Ganz schlimm, ein Film, der den schamlosesten Reichtum feiert. Man schaut sich das an und denkt bloß: Recht hatten die Revolutionäre, solchen Leuten gehört der Kopf abgeschlagen.“