Armin Morbach fotografiert „Fashion Messies“ „Ich bin der Jeff Koons der Fotografie“

 

Als Star-Stylist verpasst Armin Morbach Models wie Naomi Campbell, Claudia Schiffer oder Eva Padberg perfekte Looks. Jetzt eröffnet der bekennende Hut-Messie seine erste Fotoeinzelausstellung.
Text: Kerstin Kotlar

„Fashion Messies“

3800 Einkaufstüten von Lidl, Aldi und anderen Discountern hat Armin Morbach an die Wand getackert. Davor posieren Models in Couture-Kleidern. In der Nähe von topgestylten Frauen kennt die Modeszene den Star-Stylisten. Die Kombination mit Müll dagegen ist neu. Groß geworden ist der 40-Jährige, der Ende der 80er-Jahre bei Vidal Sassoon gelernt hat, als Haar- und Make-up-Artist von Claudia Schiffer, Eva Padberg oder Naomi Campbell. Außerdem saß Morbach in der Jury von „Germany’s next Topmodel“.
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Regelmäßig allerdings schlüpft Morbach seit drei Jahren hinter die Kamera. Für das Beauty-Magazin „Tush“ prägte er den innovativen Stil der Fotografie. Dass er sich hier sehr frei entfalten konnte, ebnete ihm den Weg. Vor einem Jahr wurde schließlich F.C. Gundlach auf seine Fotografien aufmerksam und nahm 16 seiner Werke in seine Sammlung auf. Ausstellungen in renommierten Kunsthallen wie Moskau und Wien folgten. Jetzt sind Morbachs Bilder zum ersten Mal in einer Einzelausstellung (4. Februar bis 1. April 2012) zu sehen. „Fashion Messies“ in der Vertical Gallery III des Intercontinenal Düsseldorf versteht er als zeitgenössische Kritik.
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Armin Morbach posiert vor seiner Fotografie in der Vertical Gallery III.
„Das Phänomen ‚Messies‘ ist durch verschiedene Fernsehsendungen ein großes Thema. Meistens sehen wir zugemüllte, abstoßende Wohnungen“, sagt Morbach. „Aber auch eine Frau mit 500 Paar Schuhen ist eigentlich ein Messie. Es ist die Gesellschaft, die definiert, ab wann ein Messie asozial ist.“ Weil ihn diese Kontroverse genervt habe, sei ihm die Idee zu seinem Ausstellungstitel gekommen. „Als ich eine sehr reiche Frau geschminkt habe, fragte ich sie danach, was in den Tüten in der Ecke sei“, erzählt der Stylist. „Weil sie antwortete, sie habe keine Ahnung mehr, was sie da gekauft habe, war ich schockiert.“

Dass wir immer mehr sammeln und horten, hat seiner Meinung nach auch mit der Angst tun, die jeder seit den Wirtschafts- und Finanzkrisen hat. Um die Betrachter seiner Bilder aufzurütteln, spielt Morbach provokativ damit. Da schmückt er einen abgehackten Tierkopf gerne einmal mit unsagbar teurem Schmuck. So entsteht eine Spannung aus Abstoßendem und Ästhetischem.

Trotzdem soll seine Kunst Spaß machen. „Ich mache fröhliche Bilder, die schmunzeln lassen“, erklärt Morbach. Humor sei wichtig in der Kunst, denn oft nehme sie sich zu wichtig. Also bekennt er ohne zu zögern: „Ich bin ein Hut-Messie und Mützen. Auch wenn ich schon unzählige schwarze Mützen im Schrank habe, kaufe ich immer wieder welche.“ Leicht zu verstehen sollte Kunst zudem sein. Deswegen „sehe ich mich als Jeff Koons der Fotografie“, so der Künstler. Vor großen Namen hat der Star-Stylist keine Angst. Ist der ebenfalls fotografierende Karl Lagerfeld ein Vorbild? „Auf keinen Fall“, urteilt Morbach. „Nicht in Sachen Fotografie, auch wenn ich alles von ihm andere großartig finde.“ Gursky? Auch nicht. Aber für Fotografen wie Horst P. Horst oder Irving Penn würde Morbach viel Geld ausgeben. Ein Bild von Warhol gefiele ihm am besten. Das wäre genau sein Stil.

In unserer Bildergalerie können Sie virtuell bewundern, was sich in der Ausstellung über elf Etagen erstreckt.
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