Caro Emerald „Es ist möglich, weiblich und emanzipiert zu sein“

 

Ihre Single „A Night Like This“ mausert sich zum Sommerhit 2011. AMICA Online sprach mit der Sängerin Caro Emerald über ihre Fashion-Vorlieben und warum sie es liebt, Kleider zu tragen.
Text: Markus Kastenhuber
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In ihrer Heimat, den Niederlanden, ist Caro Emerald bereits einer der größten Stars, den das Land der Windmühlen je hervorgebracht hat. Kein anderer Musiker hat mehr Alben verkauft als die Jazz-Sängerin, deren Debüt-Album „Deleted Scenes from the Cutting Room Floor“ stolze 30 Wochen auf Platz Eins der niederländischen Albumcharts stand. Auch hier in Deutschland erobert sie mit ihrer Single „A Night Like This“ die Hitparaden.

„Es macht mir Spaß in Deutschland bei Null anzufangen. In Holland ging alles so schnell, ich bin froh, dass ich mir hier erst wieder alles erarbeiten muss“, so Caro Emerald im Interview mit AMICA Online. Was genau sich die glamouröse Sängerin mit dem Retro-Stil alles erarbeiten will, weiß sie dabei schon ganz genau: „Ich hoffe, dass ich nicht nur eine Eintagsfliege sein werde und mir die Fans treu bleiben. Ich würde gerne auf Europa-Tour gehen und ein zweites Album veröffentlichen. Ich liebe es zu performen und hoffe, dass ich es noch lange machen kann“. Mit uns sprach Caro Emerald außerdem noch über ihr karibisches Temperament, ihre Bühnenoutfits und warum Frauen nicht wie Männer aussehen müssen, um emanzipiert zu sein.
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AMICA Online: In den Niederlanden sind Sie bereits ein Superstar. Wie hat damals alles angefangen?
Caro Emerald: Dass ich singen wollte, habe ich schon früh gewusst. Ich habe Jazzgesang am Musikkonservatorium von Amsterdam studiert, danach habe ich mit dem Singen angefangen. Ich habe aber unter anderem auch als Gesangslehrerin gearbeitet. Das Musikgeschäft ist sehr vielseitig und ich war sehr glücklich damit. Zu dieser Karriere bin ich per Zufall gekommen: Ich wurde darum gebeten ein Demo-Lied zu singen, das die Produzenten eigentlich einem anderen Künstler verkaufen wollten. Mir hat der Song, „Back it Up“, sehr gut gefallen, er hat einfach perfekt zu mir gepasst. Darum haben wir uns dazu entschlossen, das Album um diesen Song zu gestalten.

War es dafür von Vorteil, dass Sie eine traditionelle Gesangsausbildung genossen haben?
Einerseits ja, andererseits nein. Ich verdanke viele meiner Fähigkeiten meiner Gesangsausbildung. Wenn man aber etwas studiert, geht man es vom Kopf her an. Da wird es schwer, seinen eigenen Sound zu erschaffen. Es passiert ja auch nicht oft, dass Sänger mit Gesangsausbildungen den großen Durchbruch schaffen, weil die Leute, die Gesang nicht studiert haben, einfach von Herzen singen und es so viel natürlicher klingt.
Glamour-Queen
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Warum klingt es bei Ihnen trotzdem natürlich?
Als wir uns dazu entschlossen haben, das Album aufzunehmen, haben wir lange darüber gesprochen, welche Richtung wir einschlagen wollen. An diesem kreativen Schaffensprozess waren wir alle beteiligt. Ich wurde dazu motiviert, meine eigenen Lieder zu schreiben, was ich zuvor noch nie getan hatte. Außerdem habe ich die Gesangsarrangements gemacht.

Sie sind mittlerweile in ganz Europa erfolgreich. Was gefällt Ihnen an diesem Leben und worauf würden Sie gerne verzichten?
Ich frage mich immer wieder, wie ich das alles nur verdient habe! Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen. Besonders freue ich mich schon auf meine Deutschland-Tour, wenn ich zweieinhalb Wochen am Stück unterwegs bin. Da die Niederlanden so klein sind, waren wir dort nie auf Tour. Als sehr selbstständiger Mensch fällt es mir dabei aber schwer, das Zepter aus der Hand zu geben. Früher habe ich mich um alles selber gekümmert. Jetzt gibt es Menschen, die mir helfen und mir sogar sagen, wann ich wo zu sein habe. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen.
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Wie würden Sie sich als Künstlerin und Mensch selbst noch beschreiben?
Ich bin eine sehr leidenschaftliche Künstlerin. Meine Mutter stammt aus der Karibik und ich finde, dass sich das in meinem Gesang zeigt, denn er kommt vom Herzen. Ich bin außerdem eine Diva und sehr weiblich. Ich liebe es, Menschen um mich herum zu haben, mich schön zu machen und auszugehen.

Sie sagen, dass sie sehr weiblich sind und sich gerne hübsch machen. Was ist Ihr Kleidungsstil?
Mein Stil ist sehr klassisch und glamourös. Er passt zu meiner Musik, die sich an den 40er- und 50er-Jahren orientiert. Ich suche gerne nach Vintage-Teilen, kaufe aber auch bei großen Ketten ein. Ich verbinde gerne altmodische und zeitgenössische Kleidung. Ich versuche einfach meinen eigenen Stil zu kreieren.
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Was gefällt Ihnen an der Mode aus den 50er-Jahren so gut?
Die Silhouetten. Ich bin ein sehr feminines Mädchen und ziehe mich gerne weiblich an. Zu dieser Zeit mussten die Frauen Kleider tragen, selbst wenn sie das nicht wollten. Nach der Emanzipation – Danke an alle Frauen, die das möglich gemacht haben – ist es schön, sich als Frau von den Männern abzuheben. Es ist möglich, weiblich und emanzipiert zu sein!

Wie sieht Ihr typisches Bühnen-Outfit aus?
Ich liebe Kleider und Röcke. Dabei achte ich darauf, immer ein sehr auffälliges Kleidungsstück zu tragen, also ein Statement-Piece. Ich lenke die Aufmerksamkeit immer nur auf einen bestimmten Bereich. Wenn ich zum Beispiel einen gelben Rock anhabe, verzichte ich auf Accessoires.

Wie Caro Emerald mit ihrem Erfolg umgeht, welche Stilikonen sie hat und ob sie wie manch anderer Star von den Paparazzi verfolgt wird, lesen Sie in in der Bildergalerie.
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