Claudia SchifferIhr Leben als Idol

Amica: Wenn Ihnen Ende der 80er-Jahre jemand prophezeit hätte, dass Sie 2005 mit Weltstars auf einer Bühne stehen, um bei „Live 8“ gegen die Armut in Afrika zu kämpfen, was hätten Sie gesagt?
Schiffer: Es ist witzig, dass Sie das jetzt gerade fragen. Mit 15 oder 16 war ich bei Herbert Grönemeyer auf einem Konzert in Xanten. Ich und meine ganzen Freunde haben ihn angehimmelt. In Edinburgh auf dem G8-Gipfel zum Schuldenerlass haben wir zusammen eine Rede gehalten. Da hab ich zu ihm gesagt, mein Gott, erinnerst du dich noch an dieses Konzert? Das war für mich damals das Allergrößte.


Und als Nächstes sagen Sie, wie schüchtern und unattraktiv Sie sich als Teenie fanden?
Aber es war genau so. Damals war ich sehr schüchtern und ich bin nicht mit der Vorstellung erzogen worden, dass ich gut aussehe.


Und als Sie schon in Paris und New York arbeiteten?
Selbst da war ich noch lange überzeugt, diese Fotografen und Agenten würden irgendwann merken, dass sie mit mir einen großen Fehler gemacht haben. Und dass ich wieder zurück nach Deutschland müsste.


Am Anfang Ihrer Karriere galten Sie als deutsche Version von Brigitte Bardot. War das mehr eine Hypothek für Ihre Karriere oder ein Vorteil?
Als es losging, fand ich das nicht so toll. Ich wollte ich selbst sein und nicht mit anderen verglichen werden. Später ist mir bewusst geworden, dass es eigentlich ein großes Kompliment war. Dann hab ich noch mal zurückgeblickt und gedacht: Wie blöd warst du eigentlich? Aber ich war noch sehr jung und am Anfang meiner Karriere und habe das alles nicht richtig begriffen.

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