Cosma Shiva Hagen Fairtrade-Engel

 

Sie reist als Botschafterin in Dritte-Welt-Länder, ruft zu Spenden auf, designt T-Shirts gegen die Armut: Cosma Shiva Hagen über Mode und den fairen Handel mit Baumwolle.
Text: Veronika Schaller
© Falco Peter Photography
Cosma Shiva Hagen und ihr Tunic-Shirt für Armedangels, aus 100% biologischer Fairtrade-Baumwolle (49,90 Euro).

Erhältlich ab 1. Mai 2010 über Armedangels.de

Von jedem verkauften Shirt geht 1 Euro wahlweise an eines von drei Hilfsprojekten – Pratham e.V., Viva con Agua oder Trinkwasserwald e.V.
Cosma Shiva Hagen ist eine Kämpferin. Früher kämpfte die Schauspielerin gegen den Schatten ihrer berühmten Mutter Nina Hagen. Heute, mit 28 Jahren, kämpft sie mit ihrer eigenen Berühmtheit für die Ärmsten der Welt.

AMICA: Woher rührt ihr großes Engagement für Dritte-Welt-Länder?
Cosma Shiva Hagen: Ich bin durch die Punkzeit meiner Mutter und ihre sozialkritische Erziehung geprägt, lebte aber früher nicht hundertprozentig danach. Vor etwa acht Jahren wurde ich dann von den Vereinten Nationen gefragt, ob ich als Botschafterin nach Sierra Leone reisen würde, um Schulen für ehemalige Kindersoldaten zu bauen. Das veränderte mein ganzes Leben.

Sie wurden unter anderem „Baumwoll-Patin“ der Organisation Fairtrade. Warum?
Noch immer werden Dritte-Welt-Länder von Industrienationen ausgebeutet. Mir liegt das Thema fairer Handel sehr am Herzen, denn es packt das Armutsproblem an der Wurzel.

Davon haben Sie sich im letzten Jahr auf einer Reise nach Burkina Faso selbst überzeugt. Was haben Sie erlebt und gesehen?
Ich sah nachts erst einmal gar nichts, wegen Stromausfällen. Aber dann überfüllte Busse mit Ziegen auf den Dächern, Smogwolken, Müll. Eine 20-jährige Frau trug bei der Feldarbeit ihr Baby auf dem Rücken geschnürt und hielt zwei weitere Kinder an der Hand. Aber ich erlebte auch unglaubliche Gastfreundschaft, Zuversicht und Herzenswärme. Jetzt habe ich das Gefühl nicht Fremden, sondern Freunden zu helfen.
Ihr jüngstes Hilfsprojekt ist ein selbst designtes T-Shirt für das Fairtrade-Label Armedangels. Was inspierte Sie zu Ihrem Design?
Das Thema Licht und Frieden. Ich wollte ein hoffnungsvolles, weibliches Shirt gestalten, das ich gerne tragen würde. Der Schnitt sollte Hals und die Schultern ein bisschen „frei“ lassen, das finde ich für Frauen schöner!

Auf was sollte jeder beim Shoppen achten?
Man sollte nur kaufen, worin man sich wohlfühlt und sich keinen Markendiktaten unterwerfen. Toll wäre es natürlich, wenn sich mehr Menschen nach fair handelnden Marken umsehen würde. Das macht Spaß, ist individueller und man hat gleichzeitig auch etwas Gutes getan.
© Falco Peters Photography
Was bedeutet Ihnen Mode?
Ich bin eine Frau, ich habe Spaß an Mode. Vor allem weil ich dadurch meine Persönlichkeit ausdrücken kann. Interessant finde ich Trends die auf der Straße entstehen, wie z.B. der Punk-Style.

Wie würden Sie ihren Style beschreiben?
Mein Modestil ist eher lässig und unkompliziert, aber doch weiblich. Es steckt viel Hippie drin! Zu Abend-Events trage ich Roben, mag es allerdings nicht, ständig nach Labels gefragt zu werden. Ist das so wichtig?

Was sind Ihre drei Lieblingsteile im Schrank?
Mein neues Armedangels-Shirt, ein langes weißes Vintage-Kleid vom Hippiemarkt auf Ibiza und eine alte Lederjacke von meinem verstorbenen Vater. Die ist zwar für Männer, aber trotzdem ziemlich klein ...
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