Das Ende einer ÄraJil Sander verlässt Modeunternehmen

Zeitlose Eleganz, schnörkellose Schnitte und dezente Weiblichkeit - das ist es, womit sich Jil Sander als deutsche Designerin international einen Namen gemacht hat. 1968 gründete Jil Sander ihr Modelabel. Seitdem musste das Unternehmen viele Wechsel in der Chefetage erleben. Erst im Februar 2012 war die Modeschöpferin selbst nach fünfjähriger Abwesenheit als Kreativdirektorin zurückgekehrt. Die Modebranche feierte sie Nun folgt erneut die Ankündigung: Sander verlässt ihr Unternehmen. Dieses Mal endgültig?

Klare Farben, wenig Muster und eine dezente Weiblichkeit: Jil Sander beweist erneut, dass klare Linien und eine mühelos erscheinende Einfachheit zu auffällig starker Präsenz führen können. Alessandro Cremonesi, Geschäftsführer der Jil Sander Group, dankt der Modeschöpferin in einer offiziellen Pressemitteilung für ihren Einsatz: „Ihr herausragendes Design und ihre Leitung waren für die Stärkung der Marke und ihren weiteren erfolgreichen Wachstum.“ Als Grund für diesen plötzlichen Rückzug Sanders aus ihrem eigenen Modehaus werden nur persönliche Umstände genannt. 2004 verließ Sander das Label schon einmal, da zwischen ihr und Prada-Chef Patrizio Bertelli „unüberbrückbare Differenzen“ entstanden waren. 1999 war das Modehaus Jil Sander zu mehrheitlichen 75 Prozent vom italienischen Konzern Prada aufgekauft worden. Doch schon drei Jahre später holte das italienische Haus die Gründerin wieder zurück. Dieses Comeback hielt nicht lange. 2004 verließ Sander die Firma erneut, etwa ein Jahr später verkaufte Prada die Marke. Mittlerweile gehört das Unternehmen zum japanischen Konzern Onward, der Firmensitz ist in Mailand.

Vielleicht dieser Rückzug ein Abschied für immer. Denn die Modeschöpferin feiert am 27. November 2013 immerhin schon ihren 70. Geburtstag. Sander kann auf prägende Jahre innerhalb ihres Unternehmens zurückblicken. Ihre zeitlos elegante Mode mit klaren, minimalistischen Ansätzen machte sie zu einer der bedeutendsten Designerinnen Deutschlands. Mit der Frühjahr-Sommer-Kollektion 2014 soll nun auch diese Ära enden.