Designer-LexikonMarc Cain

© Mercedes-Benz Fashion Week
Marc Cain feierte seine Premiere in Berlin mit der flatterhaften Kollektion „Magical Birds“, eingefärbten Tauben und viel Promi-Beifall. Das war im Juli 2012. Seither kehrte das deutsche Label mit Firmensitz in Bodelshausen jede Saison wieder.

Dass Chefdesignerin Karin Veit selbstbewusste und weltoffene Frauen mit ihren Kreationen im Blick hat, dafür ist sie selbst der beste Beweis. So kombinierte Veit zur Fashion-Week-Premiere zum weißen Hosenanzug ein neongelbes Oberteil. „Ich mag diese strahlenden Farben, weil sie neutrale Töne ergänzen und man gleich viel gebräunter aussieht“, erklärte Veit im Interview mit AMICA Online. Die Frauen in Deutschland sollten ruhig etwas mehr Hingucker-Töne wagen, findet sie.

Strick zwischen Innovation und Traditionen

Bei all den Innovationen wie beispielsweise Technostoffen oder Viskosecrepes vergisst Veit nie den Kern der Marke, den sie weiterentwickelt: Strickware. „Wir haben unsere Strickmaschinen über die letzten Jahre immer weiter verbessert und daran gearbeitet neue, außergewöhnlichere Designs umzusetzen“, erläuterte die Designerin.

Seit 1976 prägt sie die Handschrift des 1973 gegründeten Unternehmens. Helmut Schlotterer begann vom Standort des elterlichen Betriebs, Bodelshausen, aus die Maschen aufzunehmen und konventionelle Strickmuster fallen zu lassen. Über die Jahre sind die Strickteile mit immer neuen Innovationen stetig aufwendiger geworden. Aktuell erarbeitet Marc Cain an 88 Strickmaschinen jede Saison die Neuinterpretationen. Verstrickt werden dabei 240.000 Kilo Garn im Jahr.

Marc Cains Märkte der Zukunft

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Karin Veit, Chefdesignerin von Marc Cain
„Mit unserem Event wollen wir jetzt auch die Plattform Berlin als offizieller Teilnehmer besetzen“, erklärte Veit die Premiere. „Als deutsches Modeunternehmen möchten wir mit unserer Teilnahme der gewachsenen Bedeutung der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Rechnung tragen.“ Schließlich sei die Hauptstadt „neben Düsseldorf zum wichtigsten Modeereignis in Deutschland geworden“.  

Den Standort Deutschland stärkt Marc Cain auch in der Produktion. So werden 80 Prozent der Strickwaren direkt in Bodelshausen produziert. „Material- und Technikinnovation spielen für Marc Cain eine große Rolle und hängen mit unserer Historie zusammen. Dieses Know-How wollen wir nicht ins Ausland geben“, sagte Karin Veit. „Aus diesem Grund halten wir am Firmensitz in Bodelshausen eine Produktion im Dreischichtbetrieb aufrecht.“ Konfektioniert werde darüber hinaus in Osteuropa, lediglich Kaschmir und Kaschmirmischungen kämen noch aus China.

Mit dieser Strategie erschließt sich die schwäbische Marke nach wie vor Deutschland als wichtigsten Markt. Es folgen die Nachbarn in Belgien, Österreich und den Niederlanden, gefolgt von der Schweiz.

Darüber hinaus strickt Marc Cain am Ausbau Ost beziehungsweise Fernost. Russland und die Ukraine sowie China sind die am stärksten wachsenden Märkte.

Mehr als 800 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen allein in Deutschland und erzielte 2012 ein Umsatzvolumen von 223 Millionen Euro. Insgesamt gibt es die Kreationen des deutschen Stricklabels in 164 Marc Cain Stores, 275 Shop-in-Stores in 59 Ländern und mehr als 941 weiteren gehobene Fachhandelsgeschäften weltweit.

 

Marc Cain auf einen Blick:

 

Gründung: 1973, Carpi bei Bologna/ Italien

Chefdesignerin: Karin Veit

Markenzeichen: raffinierte Strickwaren, aufregende Drucke gerne mit Neonfarben

Website des Labels: www.marccain.de  

 

Die Kollektionen von Marc Cain:

 

Von Paris nach Tokio
Lebendig wie ein Musikvideo und so knallbunt wie ein Süßigkeiten-Laden wirkte die Präsentation der Frühjahr-Sommer-Kollektion von Marc Cain. Besonders cool: bunter Sommerstrick und bedruckte Hosen. 

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