Designer-LexikonPrada

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Miuccia Prada ist seit 1977 Chefdesignerin des Familienunternehmens aus Mailand.
Das italienische Modehaus Prada blickt auf eine geschichtsträchtige Vergangenheit zurück: Gegründet im Jahre 1913 von Mario Prada wurde das Unternehmen schnell bekannt für seine qualitativ hochwertigen Lederwaren. Bis in europäische Adelshäuser kamen die Kreationen aus der Galleria Vittoria Emanuele II in Mailand und wurden von Mitgliedern der Bourgeoisie leidenschaftlich zur Schau gestellt.

Bereits wenige Jahre später gelang Prada mit der Anstellung als offizieller Lederwaren-Lieferant der italienischen Königsfamilie ab 1919 ein weiterer Erfolg, durch den das internationale Ansehen des Labels enormen profitierte.

Durch ihre Beziehung zu Patrizio Bertelli, legte Mario Pradas Enkeltochter Miuccia in den 1970er-Jahren den Grundstein für einen Umschwung in der Unternehmensführung: Bertelli war bereits erfahren im Lederwaren-Geschäft. Sein innovativer Geschäftssinn und die Kreativität der kunstbegeisterten Prada-Erbin leiteten eine neue Ära im Modehaus ein. Seit 1977 besteht die Führung der Prada Spa Group aus Chefdesignerin Miuccia Prada und Firmenchef Patrizio Bertelli.

Das Markenzeichen der Grand Dame im Hause Prada ist seit ihrem Antritt im Familienunternehmen ihre Einstellung jenseits bestehender Konventionen. Einst träumte die Designererbin von einer Karriere als Ärztin. Nach dem Beginn ihrer Beziehung zu Bertelli trat sie entgegen ihrer Vorstellungen ins Unternehmen ein. „Gott sei Dank, dass es ihn gibt. Ohne ihn hätte ich nie angefangen.“ Fans des Modehauses weltweit sind dankbar – vor allem seit Eröffnung weiterer Filialen in New York, Madrid, London, Paris und Tokio gehört Prada zur Riege der begehrtesten Designerlabels.

1993 eröffnete unter dem Dach der Unternehmensgruppe Prada Spa das Label Miu Miu, dessen Chefdesigner-Posten ebenfalls wie beim Mutterkonzert Miuccia Prada besetzt. In der preiswerteren Linie, die sich an eine jüngere Zielgruppe richtet, lebt die studierte Politikwissenschaftlerin ihre Leidenschaft zum Hippie-Schick und extravaganten Kreationen aus.

 

Prada auf einen Blick

 

Gründung: 1913, Mailand

Chefdesignerin: Miuccia Prada

Ehemaliger Designer: Mario Prada

Markenzeichen: Exzentrische Prints, die auch vor Schottenkaro und knalliger Pop Art keinen Halt machen

Website des Labels:  www.prada.com

 

 

Die Kollektionen von Prada

Obendrüber-BHs, dicke bunte Mäntel, abgedruckte Frauengesichter und Stutzen für die Waden – allem Anschein nach, geht Miuccia Prada davon aus, dass der nächste Sommer kühl wird.   Mit den Worten „Raw Elegance“ beschrieb Miuccia Prada ihre Kollektion. So ratschte sie etwa Retro-Tweedkleider auf und legte Modelschultern frei. Inspirationsquelle: die Film-Noir-Ära 50er-Jahre-Blütenpracht trifft auf Japan: Falten, Umschläge, Satin und Seide mit Kimono-Anleihen. Sehr weibliche und weiche Schnitte schmückten sich mit blumigen Mustern, wo man nur hinschaute. Sie kämpfen für Jacquards – Mustermix streut Miuccia Prada auf ärmellose Gehröcke, Pyjamahosen und Mäntel. Streng, ohne Brauen, mit tiefschwarzen Augen schreiten die Models in die Moderne. Egg-Shape-Mäntel, kniehohe Stiefel und Clutches aus Pythonleder schlängelte sich bei Prada ins Auge, während XL-Pailletten an Fische erinnerten Ob auf Schuhsohlen, Stolas, Taschen oder Kleidern: Miuccia Prada brachte Streifen in satten Farben groß heraus. Deren Co-Darsteller? Geradlinige, klare Schnitte



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