S. 10/13

 

Text: Simone Herrmann

Gabrielle Greiss

Zum Schluss stürmen alle Models mit Bowlerhüten und in Glitzerkleidchen die Bühne. Ein Fashion-Happening, wie es sich für ein echtes 68er-Label gehört. Mittendrin, Hand in Hand mit Sonia Rykiel und ihrer Tochter Nathalie, die neue Chefdesignerin Gabrielle Greiss. Neu? „Nicht wirklich“, sagt die Deutsche später im AMICA-Interview, „denn ich arbeite ja bereits seit drei Jahren für Rykiel, konnte so in die Position hineinwachsen.“

Lange Zeit rechte Hand von Martine Sitbon, ist Gabrielle nun auch offiziell Teil des (basisdemokratischen) Rykiel-Trios. Was sie an der Arbeit reizt? „Ich bin meine eigene Zielgruppe!“ Und die wäre? „Weiblich, aber kein Weibchen, jemand, der sich nichts dabei denkt, ein Kleid verkehrt herum anzuziehen, weil er weiß, dass es ihm so besser steht. Eine Frau, die sich gern schön macht und sich nicht von einem Mann vorschreiben lässt, was sie anziehen soll.“ Eine, die gestreifte Mohairpullis, Trapezmäntel und Strickminis mit Pailletten liebt und deren Ideen sich an „Alice im Wunderland“ genauso entzünden wie „an den Bahnstreiks und an allem, was mir bei Spaziergängen über den Weg läuft“.
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