Designer-LexikonVictoria Beckham

von AMICA Online Redakteurin
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Spätestens seit ihrem Debüt als Modedesignerin wird Victoria Beckham als absolute Mode-Ikone gehandelt. Wir zeigen ihre schönsten Looks und den ein oder anderen Fashion Faux-pas des Ex-Spice Girls.Sie kam als Letzte. Schritt in ihrer dunklen Robe wie eine düstere Göttin über den roten Teppich. So schön und edel wie eine Statue. Bei der Bambi-Verleihung in Berlin ließ Victoria Beckham allen anderen Promis den Vortritt. Selbst Miley Cyrus und Robbie Williams wirkten im Vergleich zu der schönen Britin geradezu überpünkltich. Eine Victoria Beckham hat eben ein Gespür für den großen Auftritt - und für den stilsicheren Auftritt. Schon immer war sie eine Modepuppe. Im besten Sinne des Wortes. Zu ihren Spice-Girls-Zeiten trug Victoria Beckham das kleine Schwarze vom Designer-Schneidetisch, während sich ihre Bandkolleginnen in klobige Buffalo-Boots und Union-Jack-Minikleider quetschten. Und trotzdem: Dass die britische Sängerin mit dem Fiepstimmchen es einmal zur ernstgenommenen Modedesignern schaffen sollte, hätte damals sicher keiner gedacht. Vermutlich nicht mal Victoria Beckham selbst. Heute lieben Stars wie Beyoncé, Miranda Kerr oder Anne Hathaway ihre Mode, hüllen sich regelmäßig in die edlen Stöffchen. Selbst die knallharte Modezarin und „Vogue“-Chefin Anna Wintour lobte bereits das Talent der 39-Jährigen. „Es war ein Fehler, diese Frau zu unterschätzen“, sagte sie nach Beckhams Show bei der New Yorker Fashion Week. Jetzt bekam Victoria Beckham gar den Bambi in der Kategorie „Fashion“ verliehen. Auf dem Weg vom Sangesvögelchen zur Modemacherin ging es für sie steil bergauf – da bleibt die Frage: Wie hat Beckham das nur geschafft?

Es ist ja nicht gerade ein seltenes Phänomen, dass sich gescheiterte Pop- und TV-Sternchen irgendwann als Mode- oder Schmuckdesignerin versuchen. Meistens werden sie belächelt, selten finden sich für ihre Produkte wirklich viele Abnehmer. Beckham ist da ganz anders, hat das Image des Girl-Group-Mädels komplett abgelegt. Dass sie ihr Strahlelächeln von damals gegen eine ewig sauertöpfische Miene bei offiziellen Auftritten eingetauscht hat, hat damit nur bedingt zu tun. Victoria Beckham hat vielmehr etwas, das anderen Stars und Sternchen schlichtweg fehlt: Das Talent, Frauen aus verschiedensten Altersklassen, mit verschiedensten Jobs, mit mehr oder weniger Kilos auf den Rippen und mehr oder weniger Modemut einfach toll aussehen zu lassen.

© REUTERS
Der Bambi ist einer der Höhepunkte in ihrer bisherigen Karriere. Sie durfte ihn aus den Händen des Über-Modezaren Karl Lagerfeld entgegennehmen. „Ich kenne sie schon lange, und ich bin einer ihrer größten Bewunderer“, sagt Lagerfeld in seiner Laudatio. Begeistert verglich er Beckham sogar mit der Ikone Coco Chanel. Beckham selbst zeigte sich überwältigt - von den lobenden Worten Karl Lagerfelds und von den deutschen Fans, die extra für sie an den roten Teppich gekommen waren. „Viele hier harren in der Kälte aus, alle sind so nett. Das berührt mich!“, erzählte sie gegenüber „Bunte“. Vielleicht sind Auftritte wie dieser auch deshalb noch so etwas Besonderes für sie, weil ihr Aufstieg in den Modeolymp unglaublich rasant war. Schließlich gründete sie ihr Label, das nach ihr benannt schlicht „Victoria Beckham“ heißt, erst im Jahr 2008. Damals produzierte sie noch magere 400 Teile. Mittlerweile entwirft sie neben einer Pret-à-Porter-Linie, auch Jeans, Brillen und Accessoires. In mehr als 500 Läden und 60 Ländern sind ihre Kreationen zu haben. Berühmt ist sie vor allem für ihre femininen Etuikleider, die eine magere Olivia Palermo genauso fabelhaft erstrahlen lassen wie eine kurvige Kim Kardashian.

© REUTERS
Töchterchen Harper, David Beckham und Anna Wintour sitzen bei Victoria Beckhams Show in der ersten Reihe.
Doch Beckham kann mehr als Etuikleider und zaubert elegante Roben für große Events genauso wie lässige Military-Mäntel und schlichte, praktische Taschen. Eines haben aber alle ihre Kreationen gemeinsam: Sie sind hip und gleichzeitig zeitlos. Wer in ein Victoria Beckham Teil investiert, der hat etwas fürs Leben. Und eine Investition bedeutet so ein Outfit tatsächlich. Für ein schlichtes, kleines Schwarzes muss man um die 1500 Euro aufwärts bezahlen.

© dpa/Michael Kappeler
Karl Lagerfeld outete sich als größter Fan von Victoria Beckham.
Vermutlich ließ sich Beckham die Stöffchen, die sie zu ihrer Spice-Girls-Zeit trug, etwas weniger kosten. Ihren modischen Sachverstand bewies sie aber auch damals – und das nicht nur, was die eigenen Outfits betraf. Ihren Ehemann David verwandelte sie in kürzester Zeit vom zwar hübschen aber linkischen Fußballer zur männlichen Modeikone. Da versteht es sich fast von selbst, dass auch der Nachwuchs der beiden fashion-technisch einiges hermacht. Töchterchen Harper saß im zarten Alter von zwei Jahren bei der Runway-Show ihrer Mama in der ersten Reihe und Sohn Romeo modelte für Burberry. Die Verkaufszahlen des Designhauses schossen danach um 13 Prozent in die Höhe.

Sie sind eben erfolgsverwöhnt diese Beckhams. Und Mama Victoria? Die ist sich durchaus bewusst, dass ihr Weg vom Spice Girl zur gefeierten Designerin nicht selbstverständlich war. „Ich bin dankbar, dass die Leute ihre Vorurteile so langsam über Bord werfen“, erklärte sie nach einer ihrer Schauen der versammelten Presse. „Die Modeindustrie hat mich voll akzeptiert, und meine Kleider dürfen endlich für sich sprechen.“

Victoria Beckham auf einen Blick

 

Gründung: 2008, Großbritannien

Chefdesigner: Victoria Beckham

Markenzeichen: Zeitlos elegante Kleider

Website des Labels: www.victoriabeckham.com/

 

Die Kollektionen von Victoria Beckham

Mit androgynen Smokings spielte Victoria Beckham dieses Mal. Toll: Mit Armschlitzen! Hinzu kamen überknielange Bleistiftröcke und Rolkragenkleider im 60ies-Look. Silhouetten zu formen ist einfach Victoria Beckhams Spezialität. Das beweist sie in Form von Power-Kleidern mit Spitzeneinsätzen, Seidenblusen und scharf geschnittenen Blazern.



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