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Das deutsche Wunderkind hat viel erreicht und feierte 65. Geburtstag. Doch aufhören will Joop noch lange nicht. Zum Glück!
Text: Veronika Schaller
© ddp
Schriftsteller, Restaurator, Illustrator, Schauspieler und ganz nebenbei einer der größten deutschen Designer: Wolfgang Joop ist ein kreatives Genie.

Seine Leidenschaft zur Mode entdeckte der Potsdamer allerdings beiläufig. Zusammen mit seiner Frau nahm er 1970 an einem Modewettbewerb teil. Er gewann und verschrieb sich ganz dem Design. Acht Jahre später gelang dem heute 65-Jährigen dann der Durchbruch: Seine erste Pelzkollektion machte ihn international bekannt.

„Preußischer Designer“ nannte ihn die New York Times damals wegen seines typisch deutschen Stils. Der Spitzname blieb.

Aufstieg und Rückzug

Nach einer Damenkollektion 1982 rief Wolfgang Joop die Marke „JOOP!“ ins Leben, Herrenkollektionen folgten. Wenige Jahre später sollte sein Unternehmen eine halbe Milliarde D-Mark Umsatz machen. Die relativ erschwingliche und tragbare Mode des Designers kam an.

Durch die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Lancaster-Chef Herbert Frommen wuchs das Label und Produkte wie Uhren und Taschen kamen hinzu. Wolfgang Joop war auf dem Höhepunkt seines Erfolges, konnte sich aber mit seiner eigenen Marke nicht mehr identifizieren. „Ich wurde in eine Semi-Sportswear-Ecke gedrückt, dabei bin ich doch exzentrisch“, sagte er kürzlich dem schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz. Also verkaufte Wolfgang Joop im Jahr 2001 alle Anteile an der Gesellschaft.
© AP
Look aus der Frühjahr-Sommer-Kollektion 2010 von Wunderkind

Neues Leben und neue Projekte

In der Folgezeit sammelte Wolfgang Joop Kunst, zeichnete und engagierte sich für soziale Zwecke, zum Beispiel für den Verein „Dunkelziffer“.

Aber die Mode ließ ihn nicht los. 2004 gründete das deutsche Wunderkind ein neues Label namens – „Wunderkind“. Anstatt zurückhaltend und einfach, sind seine Entwürfe heute extravagant. Seine Spielerein mit geradlinigen, maskulinen Schnitten und fließend-femininen Formen präsentiert Wolfgang Joop auf den Fashion-Weeks in Paris. Verkauft werden sie in 24 Ländern.

„­Eigentlich wollte ich mir mit Wunderkind 2003 nur noch einen Traum erfüllen. Ich wollte ein schwarzes Spitzenkleid entwerfen – und fertig“, erklärte Wolfgang Joop gegenüber Bilanz: „Das Spitzenkleid habe ich gemacht, doch aufhören konnte ich nicht“. Für ihn sei es einfach Luxus, sich etwas erarbeiten zu dürfen.

Geometrisch

Wolfgang Joop ließ sich für seine neue Kollektion von der russischen Kunst des frühen 20. Jahrhunderts inspirieren. Mit eher schlichten Farben und geometrischen Formen kreierte er eine elegante Linie für die Frau.
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