Designer-LexikonWolfgang Joop

von AMICA Online Redakteurin
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© dpa/Arno Burgi
Wolfgang Joop gilt neben Karl Lagerfeld und Jil Sander als einer der wichtigsten deutschen Modeschöpfer

Schriftsteller, Restaurator, Illustrator, Schauspieler und ganz nebenbei einer der größten deutschen Designer: Wolfgang Joop ist ein kreatives Genie. Seine Leidenschaft zur Mode entdeckte der Potsdamer allerdings beiläufig. Zusammen mit seiner Frau nahm er 1970 an einem Modewettbewerb teil. Er gewann und verschrieb sich ganz dem Design. Acht Jahre später gelang Joop dann der Durchbruch: Seine erste Pelzkollektion machte ihn international bekannt.

„Preußischer Designer“ nannte ihn die New York Times damals wegen seines typisch deutschen Stils. Der Spitzname blieb.
 

Aufstieg und Rückzug
 

Nach einer Damenkollektion 1982 rief Wolfgang Joop die Marke JOOP! ins Leben, Herrenkollektionen folgten. Wenige Jahre später sollte sein Unternehmen eine halbe Milliarde D-Mark Umsatz machen. Die relativ erschwingliche und tragbare Mode des Designers kam an.

Durch die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Lancaster-Chef Herbert Frommen wuchs das Label und Produkte wie Uhren und Taschen kamen hinzu. Wolfgang Joop war auf dem Höhepunkt seines Erfolges, konnte sich aber mit seiner eigenen Marke nicht mehr identifizieren. „Ich wurde in eine Semi-Sportswear-Ecke gedrückt, dabei bin ich doch exzentrisch“, sagte er kürzlich dem Schweizer Wirtschaftsmagazin "Bilanz". Also verkaufte Wolfgang Joop im Jahr 2001 alle Anteile an der Gesellschaft.
 

Neues Leben, neue Projekte
 

In der Folgezeit sammelte Wolfgang Joop Kunst, zeichnete und engagierte sich für soziale Zwecke, zum Beispiel für den Verein „Dunkelziffer“.

Aber die Mode ließ ihn nicht los. 2004 gründete das deutsche Wunderkind ein neues Label namens – Wunderkind. Anstatt zurückhaltend und einfach, sind seine Entwürfe heute extravagant. Seine Spielereien mit geradlinigen, maskulinen Schnitten und fließend-femininen Formen präsentiert Wolfgang Joop auf den Fashion Weeks in Paris. Verkauft werden sie in 24 Ländern.
 

Vom Wunderkind zum Sorgenkind
 

„Eigentlich wollte ich mir mit Wunderkind 2003 nur noch einen Traum erfüllen. Ich wollte ein schwarzes Spitzenkleid entwerfen – und fertig“, erklärte Wolfgang Joop gegenüber „Bilanz“: „Das Spitzenkleid habe ich gemacht, doch aufhören konnte ich nicht“. Für ihn sei es einfach Luxus, sich etwas erarbeiten zu dürfen.

Nach einer Krise des Labels, Wolfgang Joop hatte das operative Geschäft seinem Anwalt überlassen und sich ausschließlich auf das kreative Geschäft konzentriert, ist Joop seit 2011 wieder alleiniger Gesellschafter von Wunderkind. Mit der Präsentation der Herbst/Winter-Kollektion 2012/13 gelang ihm ein von der Presse gefeiertes Comeback. Joop sitzt außerdem in der neunten Staffel von „Germany’s next Topmodel“ neben Heidi Klum in der Jury.

 

Wunderkind auf einen Blick:

 

Gründung: 2004, Potsdam

Chefdesigner: Wolfgang Joop

Markenzeichen: Kräftige Farben, exzentrische Muster, raffinierter Lagen-Look

Website des Labels:  www.wunderkind.com

 

Die Kollektionen von Wunderkind:

   Zurück in Paris: Wolfgang Joop feierte das Comeback seines Labels Wunderkind mit sportlichen Elementen wie Baggy-Pants und Umhängetaschen gepaart mit feinem Lagen-Look. Mal fließend, mal gerafft präsentiert Wolfgang Joop seine Comeback-Kollektion für Wunderkind. Leopardenmuster flirten mit Karos, schlichtes Schwarz wird kontrastiert von kräftiger Koralle.

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