Designer Tim Labenda kritisiert Klum-Show„Ich möchte nicht bei GNTM in der Jury sitzen“

© dpa/Arno Burgi
Tim Labenda ist Fan von Wolfgang Joop.
Was halten Sie von dem neuen Jurymitglied Wolfgang Joop?
Ich finde, Wolfgang Joop ist ein super Typ, weil er Schwung in die Show bringt. Er ist clever und das, was er sagt, ist auch meistens sehr durchdacht. Er ist sehr impulsiv, halt ein typischer Modemensch. Ich finde mit Wolfgang Joop gewinnt die Sendung unheimlich an Wert.

Würden Sie selbst auch gerne in der Jury sitzen?
Nein, nein, ich würde nicht noch einmal ins Fernsehen wollen. Das bei „Fashion Hero“ war für mich eine einmalige Erfahrung. Es war zwar eine super Zeit, aber sie hat mir gezeigt, dass ich das nicht unbedingt machen möchte.

Warum nicht?
Man muss sich im Fernsehen immer so zusammenreißen. Da ist sehr wenig Platz für Schwäche. Es wird erwartet, dass man immer Power gibt. Und als Designer habe ich einfach oft Momente, in denen ich meine Ruhe brauche, mich zurückziehen will und nachdenken muss. Fernsehen ist im Endeffekt Show und nicht das reale Leben. Deshalb würde ich nicht noch einmal ins Fernsehen wollen.

Was denken Sie ansonsten über deutsche Mode heute?
Schwierig, weil es nur ganz wenige Designer gibt, die es wirklich schaffen. Ich denke das liegt auch am Standort Deutschland. Die jungen Labels haben es wirklich schwer. Wir haben in Deutschland nicht einmal einen Fashion Council und müssen uns dafür selbst Unterstützung suchen. Wenn man dann nicht in Berlin ist, ist es noch schwieriger, weil der Berliner Senat nur ansässige Designer unterstützt. Damit die deutsche Mode wachsen kann, müsste meiner Meinung nach etwas an der Grundstruktur geändert werden.

Was ist Ihnen bei Ihrer Mode generell wichtig?
Generell geht es immer darum, dass die Mode tragbar ist und ich möchte, dass sich die Frau darin wohl fühlt. Es soll entspannt aussehen und eher unüberlegt. Meine Inspiration ist eigentlich immer kollektionsabhängig und was gerade so in der Luft liegt. Das ist sehr unterschiedlich. Das kann entweder durch Erfahrung kommen, was Freunde gerade eben durchmachen, oder eine tolle Stadt, die ich erlebt habe. Bei meiner aktuellen Kollektion habe ich mich an den ersten beiden Kapiteln der „Unendlichen Geschichte“ orientiert.

Sie haben mit Männermode begonnen, warum designen Sie nun auch für Frauen?
Ich finde, dass Frauen immer dankbarer sind, die haben Lust etwas Neues auszuprobieren. Männer denken oft eher prestigeträchtig und kaufen dann lieber etablierte Firmen. Und sie verstehen oft nicht, warum Kleider teuer sind.

Was ist Ihr größtes Ziel? Was möchten Sie noch erreichen?
Mein größtes Ziel ist es natürlich, das Label international zu etablieren. Darauf arbeiten wohl die meisten Designer hin. Das ist das große Ziel am Ende der ganzen Strapazen.

Vervollständigen Sie zum Schluss doch bitte mal diesen Satz. Mode ist für Sie …
... die Möglichkeit, ein Bedürfnis zu stillen und das finde ich auch sehr, sehr schön daran.

2
„Ich möchte nicht bei GNTM in der Jury sitzen“