Junge Designerinnen Clamotti

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Clamotti
Susi Fey, 36, macht Kleider für Weiber
Als Tennie wollte Susi Fey unbedingt einen Plattenladen eröffnen. Doch dafür brauchte sie Geld. Also schneiderte sie selbst Kleider und verkaufte sie auf Trödelmärkten. Aus der Überlebenstaktik entstand eine witzige Geschäftsidee, die so erfolgreich wurde, dass sie eine eigene Marke namens „CLAMOTTI“ entwarf.

Mittlerweile führt sie zwei erfolgreiche Läden, einen im Szene-Viertel Prenzlauer Berg in Berlin, den anderen in Dresden. Das Umherreisen auf Märkten lässt sich die gebürtige Rheinländerin dennoch nicht nehmen: die Quelle ihrer Inspiration bleiben die vielen Kultur-, und Flohmärkte in ganz Deutschland. Amica Online war neugierig und wollte mehr wissen...
Seit wann existiert das Label?
Das Label CLAMOTTI besteht seit 1990, den ersten Laden habe ich 1994 in Berlin-Schöneberg eröffnet, ihn nach zwei Jahren geschlossen und neu eröffnet am Prenzlauer Berg.

Welche Idee steckt hinter Ihrer Mode?
Ich interessiere mich für Frauen und ihre Persönlichkeit. Meine Mode passt sich dem weiblichen Körper an und spielt mit ihm. Die Kleider sind dementsprechend weich, figurbetont und dehnbar. Zum Service gehört außerdem eine Rundum-Beratung, oder Änderungen am Schnitt.

Welche Frauen kaufen ihre Mode?
Ich kreiere Mode für selbstverständlich selbstbewusste Frauen, die ich eher im Osten antreffe. Generell sind die Kundinnen aus den unterschiedlichsten Schichten: oft Künstlerlinnen, Freiberuflerinnen oder Frauen aus sozialen Berufen. Im Alter von 20 Jahren aufwärts.

Haben Sie ein Frauenideal?
Nein, es kommt nicht auf die Hülle an, sondern auf die Ausstrahlung

Was ist das besondere an den Kollektionen?
Ich entwerfe mit meinem Team circa 60 Modelle pro Kollektion, die sich immer wieder neu kombinieren lassen. Was weg ist, ist weg. Ich produziere nicht nach. Meine Modelle sind Märchenfiguren. Sie bestehen aus Stoffstrukturen, die wie eine Zwiebel funktionieren: jede Schicht erzählt eine eigene Geschichte, unter jeder Schicht steckt eine andere – diese Vielfalt fasziniert mich und funktioniert in meiner Mode.

Wie funktioniert der Verkauf?
Der Verkauf läuft über meine zwei Läden und über Festival und Märkte. Je Kollektion verkaufe ich ca. 3500 Teile innerhalb Deutschlands. Ich selbst bevorzuge den Verkauf meiner Kleider auf Märkten und Festivals. Es macht einfach mehr Spaß zu reisen und viele Menschen zu treffen. So konnte ich meinen Bekanntheitsgrad enorm vergrößern und war nie auf Werbung angewiesen. Über Mund zu Mund-Propaganda kommen viele Frauen zu mir, die ihr erstes Stück kaufen, mir treu bleiben und immer wieder kommen.

Haben Sie die klassische Mode-Design-Ausbildung?
Die hatte ich nie! Ich bezeichne mich auch nicht als Mode-Designerin. Mein chronischer Geldmangel hat mich kreativ werden lassen. Ich hatte immer Spaß am Rechnen und wollte eigentlich BWL oder Informatik studieren. Deshalb ist jede Kollektion exakt durchkalkuliert.

Woher holen Sie Ihre Inspiration?
Meine Inspiration finde ich auf Märkten. Ich schaue mir die Frauen an, wie sie vor dem Spiegel stehen, wie sie sich bewegen,. Daraus schöpfe ich meine Ideen. Dann fahre ich zweimal pro Jahr nach Mailand auf die Stoffmesse und suche die entsprechenden Stoffen für meine Kollektionen aus.

Wie groß ist Ihr Team?
Bei CLAMOTTI sind momentan acht Leute beschäftigt. In jeder Saison helfen zwei Praktikantinnen mit, die sich auf das Studium Modedesign oder Textiltechnik vorbereiten. Zusätzlich arbeiten sechs Frauen auf den Festivals und Märkten.

Gibt es ein modisches Vorbild?
Ich habe keine Vorbilder. Der Engländer John Galliano ist klasse. Er entwirft keine Mode, sondern kreiert geniale Kunstwerke.
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