Junge Designerinnen Kleider für Weiber
Etabliert mit Leidenschaft – die Designerin Anja Gockel hat es geschafft. Ihre Outfits sind gefragt. Prominente wie die Moderatorin Jessica Schwarz tragen die Garderobe mit dem stilisierten Hahnenkamm.
Die Mainzerin kreiert ihre Kollektionen als „Glamour für den Alltag“ mit viel Herz und Begeisterung. Im Gespräch mit AMICA erzählt sie, wie sie sich in der Branche durchgesetzt hat und heute Familie und Beruf unter einen Hut bekommt.Die Mainzerin kreiert ihre Kollektionen als „Glamour für den Alltag“ mit viel Herz und Begeisterung. Im Gespräch mit AMICA erzählt sie, wie sie sich in der Branche durchgesetzt hat und heute Familie und Beruf unter einen Hut bekommt.
Anja Gockel zu ihrer Arbeit
Sie haben sich 1996 selbstständig gemacht. Konnten Sie von Anfang an vom Verkauf der Kollektionen leben?
Es war zuerst ganz schön hart. Ich habe alles alleine gemacht, war eine „One-Woman-Show“. Damals habe ich in London in einem 8-m²-Loch gewohnt, um Geld zu sparen. Die Lebenshaltungskosten sind dort extrem hoch. Aber ich habe durchgehalten und nach und nach kam der Erfolg.
Ganz schön mutig.
Ja. Als ich mich zu diesem Schritt entschloss, arbeitete ich für Vivienne Westwood. Trotz ihres Erfolges ging in der Firma damals immer noch alles ganz schön chaotisch zu. Ich dachte, wenn das bei Vivienne funktioniert, kann ich das wohl auch.
Jetzt sitzt Ihre Firma in Mainz und Sie sind frisch gebackene Mutter...
Ich bin in erster Linie wegen meines Mannes nach Deutschland zurückgekehrt. Aber für mein Geschäft war es sehr positiv. England ist schon sehr kreativ und inspirierend, aber dauerhafter Erfolg ist dort sehr schwer. Die Menschen hypen dich in einem Jahr in den Himmel, im nächsten erinnert sich keiner mehr an dich. Hier brauchen die Frauen lange, bis sie ihre Berührungsängste überwunden haben. Aber dann kommen sie immer wieder.
Mutter sein ist wunderbar. Es inspiriert mich für meine Kollektionen. Natürlich habe ich noch weniger Zeit, aber die nutze ich sehr konzentriert und kreativ. Ich bin sehr glücklich über meine Familie, habe mir immer gewünscht, beides zu haben, eine erfüllende Arbeit und eine Familie, in der ich geborgen bin. Dieser Traum ist in Erfüllung gegangen.
Wo und wie verkaufen Sie Ihre Kollektionen?
In Deutschland habe ich zwanzig Geschäfte, die meine Stücke verkaufen. Ich wähle diese Läden sehr genau aus. Es darf denen nicht nur um Geld gehen, sie sollen meine Mode mit Leidenschaft und Überzeugung verkaufen. Es ist wichtig, eine Bindung zu den Kundinnen herzustellen. In Einzelfällen biete ich sogar an, Teile in der Größe anzupassen, damit Frauen, denen Standardgrößen nicht passen, sie trotzdem tragen können.
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