Dolce & Gabbana Streitbare Mode

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© A. Guccione www.dolcegabbana.it
„Bereits mit sieben Jahren wusste ich, wie man ein Sakko baut.“ Er fing an, Sizilien zu hassen. Um es zu vergessen, floh er 1980 nach Mailand, wo er im Studio des damals bekannten Designers Giorgio Corregiari als dessen Assistent zu arbeiten begann.

Dort lernte er Stefano Gabbana kennen. Assistent wie er, aber vier Jahre jünger und in Venedig geboren, hatte er Grafikdesign studiert. Auf Anhieb hatte sich Domenico in dessen blaue Augen mit den langen, schwarzen Wimpern verliebt. Sechs Monate warb er um ihn, indem er Stefano von Sizilien erzählte, das für diesen die Ferienparadiese von dessen Kindheit barg. Als Domenico im Begriff war, alle Hoffnung aufzugeben, sagte Stefano endlich ja. Seitdem sind sie zusammen, ohne viel Aufhebens davon zu machen.

Zuerst arbeitete jeder für sich als freischaffender Design-Consultant. 1986 probierten sie die erste gemeinsame Kollektion. „Wir merkten, dass wir als Team besser waren“, sagt Domenico dazu, „und das, obwohl wir grundverschieden sind. Deshalb beginnt auch heute noch jeder zuerst einmal für sich, arbeitet eigene Konzepte aus. Dann entstehen bei endlosen Streitereien dritte Ideen – und die hängen später dann als Mode von Dolce&Gabbana oder für D&G in den Läden!“

Die beige-braune Harmonie, die edle Schönheit und noble Eleganz der Herren Armani, Versace und Ferré bekam plötzlich Konkurrenz. Sinnlichkeit kam ins Spiel, hochmütig und aufreizend zugleich, wollüstig und streng, brodelnd wie die Lava unter dem schneebedeckten Gipfel des Ätna. „Ein schlichtes, weißes Hemd war das erste Kleidungsstück, das ich
von ihnen trug“, erinnert sich Isabella Rossellini, Modelikone und Freundin der beiden. Es war so raffiniert geschnitten, dass es aussah, als ob mein Busen im nächsten Moment explodieren würde.“

Auch Monica Bellucci, die bei ihren ersten Modeljobs in den Anzeigenkampagnen der beiden auftrat und seitdem mit ihnen befreundet ist, gestand kürzlich in einem Interview: „Ich trage fast jeden Tag ihre Mode, weil sie so sinnlich und stark ist, ohne aggressiv zu sein.“ Und „la bella Monica“, die im italienischen Kino als legitime Nachfolgerin von Sophia Loren gefeiert und als „ideale Frau“ von Dolce&Gabbana bewundert wird, weiß, worin das Geheimnis von deren Erfolg begründet liegt: „Domenico und Stefanos Entwürfe sind so italienisch wie ich – wie meine Kurven, meine Haare, meine Augen und auch mein Mund!“
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