InterviewDer Visuelle & der Kritische

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A: Wie haben Sie sich kennen gelernt?

G: In Mailand, 1982, im Job. Wir hätten kaum unterschiedlicher sein können – und sind es im Grunde heute noch. Ich war ein bunter Fiorucci-Boy, stand total auf Grafikdesign und Street-Style. Domenico war in die damals neuen japanischen Designer vernarrt und trug ausschließlich Schwarz. Ich habe ihm dabei geholfen, sein sizilianisches Erbe neu zu schätzen und das Barocke, das Figurative darin wieder zu entdecken. Wir brauchen einander: Er braucht mein visuelles Talent, um einen Look zu kreieren, und ich brauche ihn und sein kritisches Auge, um Tiefe, Imagination und eine Perspektive entwickeln zu können.


A: Wie teilen Sie sich die Arbeit auf?

D: Stefano kümmert sich mehr um Marketing und PR und ich mehr um die Umsetzung und das Atelier. Alle wichtigen Entscheidungen treffen wir zusammen.


A: Wie dürfen wir uns ein Kreativ-Meeting bei Ihnen vorstellen? Wenn Dolce eine russische Inspiration hat und Gabbana eine indische, wie entscheiden Sie dann?

D: Wir respektieren unsere unterschiedlichen Inputs und wir lernen eine Menge voneinander.

G: Wir streiten uns, aber wir finden immer die Lösung.


A: Was raten Sie Paaren, die zusammenarbeiten?

G: Die Do’s: Respektiert euch. Jeder braucht Freiräume. Habt Verständnis für die Sichtweise des anderen. Die Arbeit aufteilen! Und auf eine gute Balance in der Beziehung achten.

D: Die Don’ts: Nicht jede Minute miteinander verbringen. Keine einsamen Entscheidungen treffen.