Ein nacktes InterviewWenn Supermodels mehr als Brüste enthüllen

von Amici Möchtegern-Fashionista und Tiegelvernichterin
Alle Infos zu Naomi: oder folge mir auf
© Mert Alas & Marcus Piggott für Interview Germany
Zwei Supermodels, hübsch und sehr nackt. Für die deutsche „Interview“ zeigten Kate Moss und Naomi Campbell ihre Traummaße (Styling: Patti Wilson). Zu sehen in der Dezember-Ausgabe – ab 30.11.2012 am Kiosk.

Es klingt, als hätte man die beiden Erzfeindinnen schlechthin in einen Raum gesperrt und wartet nun ab, ob sie sich die Augen auskratzen werden. Zwei Frauen, Konkurrentinnen ohnehin, da sollte ein Zickenkrieg eigentlich schon vorprogramiert sein. Naomi Campbell und Kate Moss erscheinen am kommenden Freitag in der neuen Ausgabe der deutschen „Interview“. Nackt räkeln sie sich vor der Kamera und zeigen der Modewelt, dass sie auch nach mehr als 20 Jahren im Geschäft top aussehen. Im Interview wird deutlich, dass die beiden alles andere als Erzfeindinnen sind und sich nicht, wie vielleicht erwartet, gegenseitig Handys an die Köpfe geworfen haben. So gesteht die 42-jährige Naomi Campbell sogar: „I love you, Kate!“ und überrascht damit nicht nur die Britin.

Auch wenn es nicht offensichtlich ist: Eines verbindet die beiden Topmodels. Sie hatten nicht die besten Voraussetzungen, um erfolgreich im Modelbusiness zu werden. Die eine gerade mal 1,70 Meter groß und die andere schwarz. Dennoch haben sie es geschafft: Seit mehr als 20 Jahren gehören die beiden in die Riege der ganz Großen. Campbell begründete bereits Ende der 80er-Jahre zusammen mit Linda Evangelista, Claudia Schiffer, Christy Turlington und Cindy Crawford die „Ära Supermodels“.

Bildband zu Kate Moss - Ungezähmt, naturschön und gerne nackt feierte erst in den 90er-Jahren Erfolge. Doch diese Jahrzehnte sind nicht nur Glanz und Gloria, sondern auch geprägt von Drogenesszessen und Ausrastern. Der deutschen „Interview“ zeigen sich die beiden nicht nur freizügig, sondern im Gespräch auch sehr offen. Es wurde währenddessen geschäkert und gekuschelt – aber auch über ernste Themen sowie Probleme in der Modelwelt gesprochen.

Über Diskriminierung im Job sagt Kate Moss: „Als ich das erste Mal in New York war, dachte ich: Wovon reden die hier alle? Ich habe das einfach nicht verstanden. Das war komisch. Wenn man in Süd-London aufgewachsen ist, ist man daran gewöhnt, von Leuten unterschiedlichster Herkunft umgeben zu sein.“ Und Naomi Campbell antwortet daraufhin: „Ja, da wo wir herkommen, gab es so etwas nicht. Ich habe versucht, dem treu zu bleiben.“ Als Moss fragt, wie sich ein Kampf anfühle und ob Campbell immer noch für die Gleichberechtigung in der Mode kämpfe, antwortet die Freundin von Milliardär Vladimir Doronin: „Ich würde vielleicht nicht das Wort Kampf benutzen. Aber es hat sich wirklich angefühlt, als müsste man einen hohen Berg bezwingen. Ich habe einfach getan, was ich für notwendig hielt. Und ich wollte Aufmerksamkeit für uns Schwarze schaffen.“

© REUTERS
Mit Disziplin zum Erfolg

Naomi Campbell hatte es als junges Model nicht sehr einfach. Gefördert von ihrer Mutter, erschien sie bereits als siebenjährige in einem Musikvideo von Bob Marley. „Er war ein sehr gut aussehender Mann. Ich erinnere mich allerdings, dass ich angefangen habe zu heulen, als ich seine Dreadlocks sah, weil ich dachte, es wären Würmer. Aber er war sehr freundlich“, erinnert sich die heute 42-Jährige. Die aus eher ärmlichen Verhältnis stammende Britin war durchaus nicht das erste ethnische Model, welches Cover zierte.

Als Vorreiterin und erstes schwarzes Model auf dem Cover der britischen „Vogue“ war Donyale Luna Ende der 60er-Jahre. Und dennoch ist es auch heute nicht gerade einfach, sich als Model mit afro-amerikanischen Wurzeln erfolgreich über Jahre hinweg zu behaupten. Naomi Campbell hatte allerdings die vergangenen Jahre immer wieder mit ihren Ausraster-Eskapaden Schlagzeilen gemacht. Erst seit sie mit dem Russen Vladimir Doronin zusammen ist, wurde es ruhiger um sie.

Bilder aus Kate Moss' Karriere
Kate Moss in

Auch die 38-jährige Kate Moss kämpfte mit den Schattenseiten des Erfolgs. Schon ein frühes „Nackt“-Erlebnis prägte sie nachhaltig. So verriet sie einst der „Vanity Fair“ über ihr Shooting als 16-Jährige mit Corinne Day: „Man stelle sich vor, man würde heute eine 16-Jährige bitten, sich auszuziehen, das wäre doch ziemlich schräg.“ Damals aber, so Moss weiter, „habe ich nichts dagegen tun können. Man sagte mir:wenn du das jetzt nicht machst, dann buchen wir dich nicht wieder. Ich habe mich dann auf der Toilette eingeschlossen und geweint. Bin danach aber wieder herausgekommen und habe es gemacht – mich dabei aber niemals wirklich wohlgefühlt.“

In den 90er-Jahren stand dann ihr Gesicht für den „Heroin-Chic“. Wenn auch eigentlich Bill Clinton diesen Beriff, im Zuge einer Rede 1997 gegen den „Heroin Chic“ in der Modefotografie, erfand. Stilprägend hierfür waren abgemagerte Models, fernab von Schönheitsidealen. Ihre Wahrheit zeigte sie nicht nur in Calvin-Klein-Kampagnen, sondern auch in Hochglanzmagazinen. Während sich 2005 Werbepartner wie Burburry, Chanel oder H&M von ihr, aufgrund ihres Lebensstils und der vielen Drogen, distanzierten, schaffte sie nicht zuletzt auch wegen ihres neuen Ehemanns Jamie Hince und ihrer neunjährigen Tochter Lila Grace den Weg aus den Drogen und hin zu neuen spannenden Aufgaben. Kate Moss und Naomi Campbell haben trotz ihrer so genannten Mängel und mit viel Disziplin bewiesen, dass es sich lohnt, für den Erfolg zu kämpfen. Und wir haben uns an den beiden noch lange nicht satt gesehen.

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