Fashion-News Adieu, Gaultier!

 

Eine Ära im Traditionshaus Hermès geht zu Ende und eine neue bricht an: Jean Paul Gaultier verlässt das Traditionshaus. Sein Nachfolger: Christophe Lemaire.
Text: Verena Breitbach
© REUTERS
Ein Grandseigneur und liebenswerter Clown geht. Im Traditionshaus Hermès stehen die Zeichen auf Veränderung. Stardesigner Jean Paul Gaultier verlässt das Luxushaus nach siebenjähriger Zusammenarbeit. Sein Nachfolger wird der französische Designer Christophe Lemaire, der in den vergangenen zehn Jahren bei Lacoste für frischen Wind gesorgt hat. Anfang des Monats war im Alter von 72 Jahren bereits Jean Louis Dumas gestorben. Der Enkel von Emile Hermès führte das Traditionshaus rund 30 Jahre lang.

Unter der Leitung von Dumas entwickelte das Unternehmen Hermès ikonische Produkte wie die Birkin Bag – inspiriert von der Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin.
© AFP
Edel in Grau zeigte sich der Hermès-Vorstand Jean Louis Dumas beim Prix Diane 2003.
Dumas revitalisierte die Marke durch die Übernahme des Designers Jean Paul Gaultier. Den beiden gelang es gemeinsam die Marke zu verjüngen und wettbewerbsfähiger zu machen. Dumas eröffnete Dutzende neuer Geschäfte in Buenos Aires, Peking und Taiwan. Er reduzierte auch die Anzahl der Franchise-Läden und baute das Traditionshaus weiter zur Luxusmarke aus.

„Wir wollen nicht einen Lebensstil verkaufen, sondern nur einen Hauch“, merkte Dumas einst an. Handwerkliches Können und Eleganz waren seine Ziele, anstatt auffällige Status-Kreationen wie etwa in den Häusern Gucci und Prada.

Von jeher bewunderte Gaultier Dumas. Nachdem nun sein Vorbild verstorben ist, sagt Stardesigner Jean Paul Gaultier dem Traditionshaus Adieu. Für seine sündhaft teuren Handtaschen gab es teilweise jahrelange Wartelisten. Gaultier war ein Glücksgriff für Hermès.
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„Eine schöne Geschichte ist an ihrem Ende angelangt“, erklärte Gaultier. Der Designer will sich laut Hèrmes künftig auf seine eigene Marke konzentrieren und verschiedene Projekte vorantreiben. Dazu zählt auch seine Möbel-Kollektion. Außerdem arbeite der 58-Jährige gerade an den Kostümen für den nächsten Film des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar.
Seine Zeit bei Hermès sei „ein großartiges Abenteuer“ gewesen. Er werde auch weiterhin eine „privilegierte Beziehung“ zu dem Luxusunternehmen unterhalten. Es hieß in Gaultiers Umfeld, dass der Designer und das Traditionshaus „im Guten“ auseinander gegangen seien.

Seine letzte Kollektion für Hermès wird bei den Pariser Modeschauen im Oktober zu sehen sein.
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