Fashion-News Dior suspendiert Galliano

 

Entsetzen in der Modewelt: John Galliano muss seinen extravaganten Hut nehmen. Jedenfalls bis das Verfahren gegen den Designer abgeschlossen ist. Der Grund: Rassismus.
Text: Katharina Zilkowski
Gerade noch hat John Galliano mit seiner Haute-Couture-Show begeistert, jetzt wurde der exzentrische Couturier von Dior freigestellt. „Null Toleranz mit Intoleranz“, so erklärt das Haus Christian Dior heute Nachmittag die schnelle Entscheidung, Galliano bis zum Abschluss des Ermittlungsverfahrens wegen „Aufforderung zum Rassismus“ und „körperlicher Gewalt“ zu suspendieren. Eine solche Prozedur kann sich über Monate hinziehen.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hatte der Couturier in seinem Stammcafé im Marais „La Perle“ wohl ein junges Paar mit antisemitischen Sprüchen und „leichter Gewaltanwendung“ wie es aus Polizeikreisen heißt, angegriffen. Mit 1,1 Promille im Blut wurde der Brite zunächst in eine Ausnüchterunszelle gesperrt und dann auf freien Fuss gelassen.

Maitre Stéphane Zerbib, Anwalt des 50-jährigen Galliano, äußerte sich zu den Vorwürfen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Er dementiert die Anschuldigungen des Antisemtismus. Das ist nicht in seinem Sinne. Er wird sich zu einem späteren Zeitpunkt erklären und alle juristisch verfolgen, die behaupten, er sei Antisemit.“

Null Toleranz mit Rassismus-Vorwürfen also bei Diors Mutterhaus LVMH. Der Luxusgigant hatte im vergangenen Jahr nicht reagiert, als (der pensionierte) Jean-Paul Guerlain von „Arbeitsmoral wie Neger“ schwadronierte, was der zu LVMH gehörenden Marke große Verkaufseinbrüche und Boykottaufforderungen – besonders auf dem amerikanischen Markt – gebracht hat.

Vor der Dior-Schau am 4. März ist die Nachricht für alle Kenner der Modeszene ein Erdbeben.

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