Meryl Streeps OscarDie Eiserne Lady erregt wieder Aufsehen

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Meryl Streep hat als Margaret Thatcher einen Oscar gewonnen. Foto: Concorde

So gut wie jeder hat eine Meinung zu ihr, und die kann von wahrem Hass bis hin zu größter Verehrung reichen. Obwohl die mittlerweile 86-jährige Margaret Thatcher schwer krank ist und nicht mehr öffentlich auftritt, ist sie im Gefächtnis der Briten fest verankert. Kein Wunder, dass schon die Ankündigung der Verfilmung Lebens mit Hollywood-Star Meryl Streep in der Hauptrolle Aufruhr auslöste.

Bereits Monate vor dem Kinostart wurde im Vereinigten Königreich über „Die Eiserne Lady“ diskutiert. Die Urteile reichten schließlich von „flach“ über „respektlos“ bis hin zu „brillant“. Einig waren sich die meisten Kritiker nur in einem: Meryl Streep legt eine atemberaubende Darstellung hin. Nun läuft der Film auch in Deutschland an.

Die Macher dürften erwartet haben, Kontroversen auszulösen – und das nicht nur wegen der generell gespaltenen Meinung zu der konservativen Tory-Politikerin. Denn statt eine vor allem politische Biografie zu erzählen, die den Fokus auf die Zeitgeschichte lenkt, haben sie sich für einen sehr persönlichen Ansatz entschieden. Ausgangspunkt ist Thatchers Demenzerkrankung, über die ihre Tochter Carol 2009 ein Buch herausbrachte. Darin berichtete sie, dass ihre Mutter an schlechten Tagen manchmal denke, sie sei weiterhin Premierministerin und ihr 2003 gestorbener Ehemann Denis lebe noch.

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Meryl Streep bei den Oscars 2012

Die Macher dürften erwartet haben, Kontroversen auszulösen – und das nicht nur wegen der generell gespaltenen Meinung zu der konservativen Tory-Politikerin. Denn statt eine vor allem politische Biografie zu erzählen, die den Fokus auf die Zeitgeschichte lenkt, haben sie sich für einen sehr persönlichen Ansatz entschieden. Ausgangspunkt ist Thatchers Demenzerkrankung, über die ihre Tochter Carol 2009 ein Buch herausbrachte. Darin berichtete sie, dass ihre Mutter an schlechten Tagen manchmal denke, sie sei weiterhin Premierministerin und ihr 2003 gestorbener Ehemann Denis lebe noch.

Szenen über die heutige Zerbrechlichkeit der einst für ihren scharfen Verstand und stählernen Willen bekannten Politikerin sind Ausgangspunkt für Rückblicke, in denen die politische Karriere der Kaufmanns-Tochter dargestellt wird.

Als junge Frau sieht sie ihren eigenen Vater über die Vorteile einer freien Marktwirtschaft und die Eigenverantwortung jedes Einzelnen sprechen. Sie erlebt den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach, arbeitet selber im Geschäft mir. Ihr fleißiges Lernen bringt ihr einen Studienplatz in Oxford. Und mit wahrlich eisernem Durchhaltevermögen klettert sie in der Männerwelt der Politik für die Konservativen immer weiter nach oben. Parallel dazu heiratet sie und zieht zwei Kinder groß.

Nicht immer in historisch korrekter Reihenfolge wird ihre Zeit in Downing Street Nummer 10 nachgezeichnet – die Straßenschlachten, die sie mit ihrer harten Sparpolitik auslöst, ihr Kampf gegen die Gewerkschaften, der Falklandkrieg. Am Ende klammert sie sich an die Macht, wird aber von Parteikollegen gestürzt.

Die wichtigsten Ereignisse aus Thatchers politischem Leben sind alle da in „Die Eiserne Lady“. Dennoch hat man am Ende des Films nicht unbedingt das Gefühl, besonders viel über die Politikerin Thatcher erfahren zu haben. Wo lag ihr Antrieb? Wie fühlte es sich an, als die Menschen auf der Straße starben und ihr Hassparolen entgegenschlugen? Warum tat sie das, was sie tat? Und wie vereinbarte sie ihren Beruf und ihr Privatleben, den Frust ihrer Kinder und ihres Mannes?

Aus der Vielfalt der Erzählstränge steht vor allem das einfühlsame Porträt der Demenzkranken hervor, die die Verbindung mit sich und der Welt verliert. Der schleppende Gang der alten Dame, ihre Selbstgespräche, die trotz aller Verwirrung auf den scharfen Verstand schließen lassen, die Mimik, wenn sie die Welt nicht mehr versteht – Streep erfasst jede Nuance. Dabei hat auch die Maske, die unter anderem ihre Nase so modellierte, dass sie Thatcher ähnlicher sah, wahre Wunder gewirkt. Der Golden Globe und ein Oscar für die verdiente Schauspielerin waren keine Überraschung. Kritiker monieren allerdings, dass der Fokus auf die Demenz Thatchers Lebensgeschichte zu sehr eingeschränkt.

Thatchers Familie lehnte eine Einladung zur Vorführung des Films ab, sagte Regisseurin Phyllida Lloyd („Mamma Mia!“). Sie habe weder vor noch nach den Dreharbeiten mit jemandem von den Thatchers sprechen können. Wirklich erwartet habe sie das aber eigentlich auch nicht, erklärte sie: Sie könne verstehen, warum sich die Familie von einem Film über die „Eiserne Lady“ distanziert habe.

Quelle: dpa