Foto-Ausstellung Visionär Karl

 

Dass er seine Kampagnen selbst shootet, hat nichts mit Sparsamkeit zu tun. Karl Lagerfeld ist ein begnadeter Fotograf. Wie die Ausstellung „Parcours de travail“ zeigt.
Text: Kerstin Kotlar
© Karl Lagerfeld
Schwarzkopf, Freja Beha, Juin 2009
Er ist ein Designgenie. Er kreiert seit 1983 für Chanel, führt seit mehr als 40 Jahren das Unternehmen Fendi, rief 1984 seine eigene Kollektion ins Leben: Karl Lagerfeld. Schier unerschöpflich scheinen die Ideen aus dem Kreativen herauszusprudeln. Doch die unzähligen Kollektionen sind lediglich eine Facette von Lagerfelds Schaffen. Längst hat der Designer sich auch als Fotograf einen Namen gemacht. Seit 1987 shootet Lagerfeld die Kampagnen der Labels, für die er arbeitet, selbst. Erst kürzlich lichtete er Vanessa Paradis und Lily Allen ab und holt immer wieder Claudia Schiffer vor die Linse.

„Heute ist die Fotografie Teil meines Lebens. Sie schließt den Kreis meiner künstlerischen und professionellen Betätigungen. Ich sehe das Leben nicht mehr ohne ihre Vision. Ich betrachte die Welt und die Mode mit dem Auge der Kamera. Das verleiht meiner Basisarbeit eine kritische Distanz, die mehr bringt als ich je vermutet hätte“, räsoniert Karl Lagerfeld im Vorwort des Ausstellungskatalogs der Galerie Boulkkia.
Parcous de travail
Zur Bildergalerie
In der Maison Européenne de la Photographie in Paris werden jetzt seine wichtigsten fotografischen Werke ausgestellt. Unter dem Titel „Parcours de travail“ versammeln sich dort Bilder aus den verschiedensten Schaffensphasen.

Einerseits sind Aufnahmen aus seinem Arbeitsleben in der Werbung und Mode sowie Porträts und Landschaften zu bewundern. Experimentellere Schüsse ergänzen die Ausstellung andererseits. Dabei spielt der Fotograf in Schwarz-Weiß und in Farbe gleichermaßen. Für das Bild „Interview, Zang Ziyi“ übt sich Lagerfeld sogar im Stil Roy Lichtensteins.

Weitere konkrete Vorbilder sind unverkennbar in der Licht- und Schatteninszenierung seiner Aufnahmen. „Offen gesagt, mag ich besonders die Fotografie vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich habe eine Leidenschaft für Stieglitz, Steichen, Clarence White, Demachy und Alvin Langdon Coburn“, erklärt Lagerfeld. „Die deutsche Fotografie der 20er – und alle, die sie in der Folge beeinflusst hat wie Helmut Newton, Peter Lindberg oder Ellen Von Unwerth – berührt mich zutiefst.“ Beeindruckend sind die Werke des Designgenies ebenfalls. Der Schöpfer hat in diesem Metier neben und in Harmonie mit der Mode seinen ganz eigenen Stil entwickelt.

Einen ersten Einblick in die ausgestellten Werke verschafft Ihnen unsere Bildergalerie!
Karl Lagerfeld – „Parcous de travail“
Maison Européenne de la Photographie
5/7 rue de Fourcy
75004 Paris
Tel.: 01 44 78 75 00
www.mep-fr.org

Öffnungszeiten:
15. September – 31. Oktober 2010
Mittwoch – Sonntag: 11 – 20 Uhr
Kommentar schreiben
Name
Überschrift
Ihr Kommentar