Designer-Porträt Versace
Designer der Rockstars
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S. 2/3
„Armani zieht die Ehefrau an, Versace die Geliebte“, kommentierte Anna Wintour das Duell der sich manchmal in Interviews bepöbelnden Konkurrenten.
Versace war zudem der Designer der Rockstars. Elton John und Sting gehörten zu seinen engsten Freunden, Eric Clapton trug bis zum Tod seines Sohnes nichts anderes (danach wechselte er zum gediegeneren Kollegen Armani). Versace erfand die Supermodels: Er wollte, dass die gefragtesten Covermädchen zusammen auf seinen Schauen liefen. Dafür bezahlte er ihnen weitaus mehr, als sie normalerweise für Catwalk-Auftritte bekamen – bis zu 20 000 Dollar. Weil Models damals hauptsächlich in New York arbeiteten, musste er sie ja irgendwie nach Mailand locken.
Am Ende kamen sie alle: Cindy Crawford, Linda Evangelista, Christy Turlington, Naomi Campbell und Claudia Schiffer. Bei Versace zu laufen, hieß für ein Model, es geschafft zu haben. Dennoch war Gianni Versace viel mehr als der Designer der Spaßgesellschaft mit gutem Händchen für Marketing. In Wahrheit war er ein Künstler und Intellektueller. Besessen davon, möglichst viele Informationen aufzusaugen, blätterte er in jedem freien Moment in Zeitungen und Büchern, besuchte Ausstellungen, bereiste die halbe Welt. Sämtliche Eindrücke dienten als Inspiration für seine Mode. Nichts an einem Versace-Kleid war zufällig, jeder Saum, jede Schleife ließ sich erklären.
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