Designer-Porträt Versace Versaces Visionen

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Transparente Spitze, Drapierungen à la Vionnet, superkurze Minis und die bunten Neobarock-Drucke, die sein Markenzeichen waren, dienten nichts anderem als der Verherrlichung totaler Weiblichkeit.

Anfang der 80er-Jahre beobachtete die Mailänder Bourgeosie die Entwürfe noch mit Verachtung: Schließlich hatte Versace die Frau auf der Straße zum Modevorbild erhoben. 1990 beleidigte er die feine Gesellschaft, indem er den „Mann ohne Krawatte“ kreierte.

Bedruckte Seidenhemden wurden offen getragen, weil, so Versace, „Die Krawatte längst nicht mehr Symbol für den rechtschaffenen Herrn ist. Jetzt wird sie sogar von Banditen umgebunden.“ Natürlich hatte er recht (die Mafia sitzt heute in Italien in höchsten Ämtern). Trotzdem brachte er alle Anzugträger und die Krawattenindustrie gegen sich auf.
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Doch letztlich schwenkten alle, die bislang auf die Eleganz von Valentino schworen, zu Versace um. Und was tat er? Ausruhen jedenfalls nicht. Denn der Designer war nie zufrieden. Und weil sich seine Einfälle oft nicht mit herkömmlichen Materialien realisieren ließen, experimentiert das Haus Versace bis heute mit bahnbrechend neuen Stoffen und Drucktechniken.

Am heftigsten liebte Gianni Versace das Theater. In dem Choreografen Maurice Béjart fand er einen Seelenverwandten, „den Einzigen, der Kleider tanzen lassen konnte“ (O-Ton Versace). Ab 1984 entwarf er die Kostüme für Béjarts Inszenierungen. Bei der Hommage in der Mailänder Scala zum zehnten Todestag des Modeschöpfers sagte Béjart: „Wir tanzen hier Stücke, die auch du erfunden hast, weil wir alles gemeinsam gemacht haben. Du warst immer an meiner Seite.“ Der Ballettstar sprach aus, was alle fühlten: We love Gianni Versace.
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