Giorgio ArmaniKämpfer gegen Armut

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AMICA: Wie hat Bono Sie für RED gewonnen?

Giorgio Armani: Wir haben uns in Mailand zum Lunch getroffen. Er ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit – und er gibt den Ton an. Ich habe ihn reden lassen – und am Ende war ich überzeugt davon, dass RED absolut unterstützenswert ist. Vor allem, weil es ein Projekt ist, das man nicht sofort wieder vergisst. Wenn jemand eine Uhr, ein T-Shirt oder eine Sonnenbrille kauft, erinnert ihn das immer wieder daran, dass es Menschen gibt, denen man helfen muss. Zu einem zweiten Treffen in Davos kam ich in Samtjackett und Hemd – und Bono sah aus wie ein Rockstar. Was haben wir gemeinsam? Das Ziel, das uns eint.

Sind Sie Freunde geworden?

Ich verehre ihn als Künstler und als Mensch. Er hat eine sehr starke Ausstrahlung – und ein unglaubliches Talent, andere zu überzeugen. Eben dieses Talent setzt er als einer der international führenden Kämpfer gegen Armut und Aids sehr effektiv ein.

Gibt es für Sie einen persönlichen Beweggrund, sich bei Aids zu engagieren?

Auch ich habe an diese Krankheit den einen oder anderen guten Freund verloren – und die Erinnerung daran ist immer da, morgens, wenn ich aufwache, und abends, wenn ich schlafen gehe. Ich weiß also: Diese Krankheit ist auch unsere Realität. Natürlich habe ich schon immer viele Projekte unterstützt – es aber vorgezogen, nicht darüber zu reden. Wenn man sehr bekannt ist, wird einem schnell vorgeworfen, man würde mit einem humanitären Projekt vor allem für sich selbst werben. Bei RED ist es allerdings besonders wichtig, persönlich dafür zu stehen. Als wir die ersten RED-Sachen im Londoner Emporio-Store verkauften, wurde mir bewusst, wie Menschen sich überzeugen lassen, wenn ein Name wie Armani dahintersteht.