Gisele BündchenEin bisschen deutsch

Brasiliens Exportschlager
Supermodel Bundchen arrives for the Metropolitan Museum of Art Costume Institute Benefit Gala: Anglomania at the Metropolitan Museum of Art in New York

Und nun zu ihren typisch deutschen Tugenden: „Ich bin diszipliniert und sehr zielgerichtet. Pünktlichkeit war meinen Eltern sehr wichtig.“ Fleiß auch. Gisele Bündchen sammelt Werbeverträge wie andere Leute Visitenkarten, wenn sie nicht gerade Flip-Flops für ihr Label Ipanema designt. Dass sie sich im Mai beim Honorar-Poker mit der Dessous-Marke Victoria’s Secret verzockte, kommt ihr gerade recht.

„Ich war ein Workaholic. Ich will jetzt mehr das Leben genießen.“ Am liebsten an einem Strand, wo sie Volleyball spielen und reiten kann, oder bei der Familie in Horizontina. Dort versteckte sie sich auch nach dem Aus ihrer Langzeitbeziehung zu Leonardo DiCaprio vor zwei Jahren.

Dass in der Seele der fröhlich-disziplinierten Miss Bündchen Abgründe von Britney-Spears-Ausmaßen klaffen, verriet sie kürzlich. Aus Kummer über die Trennung habe sie sich damals den Kopf kahl rasiert. Inzwischen managt sie private Krisen eleganter.

© Reuters

Weil ihr derzeitiger Lover, der US-Footballstar Tom Brady, für sie seine schwangere Freundin verließ, geriet Gisele ins Sperrfeuer der Medien. Sie schwieg diskret und schickte Bradys Ex zur Geburt als versöhnende Geste ein paar warmherzige Zeilen und Babysachen.

Dass sie auch weniger diplomatisch sein kann, zeigte sie bei einer Pressekonferenz in ihrer Heimat, die eher Heiligenverehrungen gleichen. Dort geißelte sie die Ansichten des Papstes über Keuschheit, Abtreibung und Verhütung und entfachte einen Tsunami an öffentlichen Debatten: „Ich werde ja wohl meine Meinung sagen dürfen!“, wiegelte sie ab.

Auch beim Fußball kennt sie kein Pardon – da ist sie ganz Brasilianerin und ein bisschen deutsch. Als sie bei einem PR-Termin gegen Weltmeister Thierry Henry im Elfmeterschießen antrat, konnte es selbstverständlich nur eine Siegerin geben.

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Ein bisschen deutsch